Widerrufsbutton-Pflicht: Neue Regeln für Online-Shops ab 19. Juni
09.06.2026 - 00:46:28 | boerse-global.de
Unternehmen müssen sich auf neue gesetzliche Vorgaben, digitale Prüfverfahren und branchenspezifische Gesundheitsprojekte einstellen.
Automatisierte Risikoprüfung im Fokus
Zu Beginn der Juniwoche 2026 stellte der Anbieter Validato neue Lösungen für strukturierte OSINT-Recherchen vor. Die Dienste erstellen DSGVO-konforme Risikoprofile für Personal- und Partnerprüfungen. Verfügbar sind sie in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.
Die rechtssichere Dokumentation von Datenverarbeitungsprozessen ist für Unternehmen heute unerlässlich, um hohen Bußgeldern bei Prüfungen vorzubeugen. Diese kostenlose Excel-Vorlage mit Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Ihnen, Ihr Verarbeitungsverzeichnis gemäß Art. 30 DSGVO zeitsparend und vollständig zu erstellen. DSGVO-Pflichten jetzt rechtssicher erfüllen
In der Schweiz steht vor allem der Finanzsektor im Fokus. In Österreich dient das Verfahren der Erfüllung von NIS2-Compliance-Anforderungen für kritische Infrastrukturen. Die Recherche geht über herkömmliche Suchmaschinenabfragen hinaus und bezieht Fachportale, Handelsregister sowie Foren ein.
Parallel warnen Experten vor neuen Haftungs- und Audit-Risiken durch autonome KI bei Lieferanten. Unternehmen müssten digitale Entscheidungsprozesse kontrollieren, noch bevor Aufsichtsbehörden Nachweise fordern. Wesentliche Schritte: die Sichtbarmachung von KI-Systemen, die Definition von Entscheidungsrechten und die vertragliche Verankerung von Audit-Fähigkeiten.
Seit August 2024 stellt die EU-KI-Verordnung Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Kennzeichnung und Risikodokumentation von Systemen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act verschafft Ihnen jetzt den nötigen Überblick über alle Fristen und Pflichten für Ihre IT- und Rechtsabteilung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Auch Hornetsecurity adressierte Anfang Juni in einem Leitfaden für Managed Service Provider die Notwendigkeit, Standardisierung und strategischen KI-Einsatz zu kombinieren. Ziel: steigenden Cyberbedrohungen und Compliance-Vorgaben begegnen.
Pflegebranche startet Gesundheitsprojekt
In der Pflegebranche starteten die AOK Bayern und die Hochschule Allensbach im Frühjahr ein gemeinsames Projekt: „Gesundes Onboarding in der Pflege“. Ziel ist es, durch gezielte Gesundheitsförderung in der Einarbeitungsphase Fluktuation und Krankenstände zu senken. Nach der Konzeptionsphase ist für 2026 eine Pilotphase vorgesehen, ab 2027 soll die flächendeckende Implementierung folgen.
Für die Personalvermittlung steht Ende Juni eine zentrale Branchenveranstaltung in Berlin an. Am 23. Juni lädt der Gesamtverband der Personaldienstleister (GVP) zum Austausch über das neue GVP-Tarifwerk 2026 ein. Im Mittelpunkt: das Bundestariftreuegesetz und die gestiegenen Compliance-Anforderungen.
Neue Pflichten für digitale Benutzeroberflächen
Über das interne Personalmanagement hinaus ergeben sich im Juni neue Pflichten beim Onboarding von Kunden über digitale Kanäle. Ab dem 19. Juni greift für Unternehmen mit B2C-Online-Benutzeroberflächen die Pflicht zur Bereitstellung eines spezifischen Widerrufsbuttons.
Grundlage ist die Neufassung von § 356a BGB zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/2673. Betroffene Firmen müssen auf Websites und Apps eine hervorgehobene Schaltfläche mit der Aufschrift „Vertrag widerrufen“ implementieren und den Eingang des Widerrufs elektronisch bestätigen.
Gleichzeitig werden technologische Ansätze zur Optimierung der Datenerfassung erprobt. Ein Prototyp für ein Portal zur Erfassung von Vermögenswerten befindet sich in der Testphase bei kleineren Buchhaltungsfirmen. Ziel ist es, die Sammlung von Kundenbelegen zu strukturieren und die Quote fehlender Unterlagen zu senken. Ein breiterer Rollout ist für die kommenden Monate geplant.
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