VW-Krise: Bis zu 120.000 Arbeitsplätze in Gefahr
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 19:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Aufsichtsrat tagte am Donnerstag, vertagte aber die Entscheidung über Werksschließungen und konkreten Stellenabbau. Grund ist der massive Widerstand der Arbeitnehmerseite.
Vorstand plant radikalen Umbau
Konzernchef Oliver Blume präsentierte dem Gremium einen Zukunftsplan für die Neuausrichtung. Das Zielbild 2030 sieht drastische Einschnitte vor: Die Modellpalette soll um bis zu 50 Prozent schrumpfen. Bei den Ausstattungsvarianten und Optionen plant der Vorstand sogar eine Reduzierung um 75 Prozent.
Auch die Produktionskapazitäten stehen auf dem Prüfstand. Statt wie bisher für bis zu 12 Millionen Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt zu sein, sollen die Werke künftig nur noch rund 9 Millionen Einheiten fertigen. Finanzvorstand Arno Antlitz machte klar: Die bisherigen Sparmaßnahmen reichen nicht, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Arbeitnehmervertreter schlagen Alarm
Betriebsratschefin Daniela Cavallo forderte vom Vorstand bis zum heutigen Freitag eine klare Ansage zur Zukunft der Belegschaft. Sie nannte die fehlenden konkreten Informationen „respektlos“ und betonte: Die Geduld der Arbeitnehmerseite ist erschöpft.
Die IG Metall organisierte Protestaktionen an mehr als einem Dutzend Standorten. Auch das Land Niedersachsen, das 20 Prozent der VW-Anteile hält, stellt sich gegen die Pläne. Ministerpräsident Stephan Weil und Wirtschaftsminister Olaf Lies lehnten Werksschließungen ab – ein ungeeignetes Konzept für die Zukunftssicherung, so ihre Einschätzung.
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Spekulationen über massiven Stellenabbau
Trotz der Vertagung kursieren brisante Zahlen. Medienberichten zufolge könnte der Konzern weltweit bis zu 100.000 oder sogar 120.000 Arbeitsplätze streichen. Diese Summe soll teilweise bereits früher vereinbarte Personalmaßnahmen enthalten.
Im Raum stehen zudem Gerüchte über die Schließung von bis zu vier deutschen Werken. Als gefährdet gelten die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Offiziell äußerte sich der Vorstand dazu nicht. Bekannt ist lediglich, dass im Management rund 5.000 Stellen wegfallen sollen.
Nächste Runde nach der Sommerpause
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Weil der Vorstand für sein Gesamtpaket keine Mehrheit im Aufsichtsrat fand, soll die Transformation nun in Etappen erfolgen. Die nächste reguläre Sitzung ist für September geplant. Bis dahin verhandeln Vorstand und Betriebsrat weiter über Personalanpassung und Werksbelegung.
Am heutigen Freitag veröffentlicht VW zudem die Auslieferungszahlen für das zweite Quartal 2026. Sie dürften weiteren Aufschluss über die wirtschaftliche Lage des Konzerns geben.
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