VW-Krise, Abbau

VW-Krise: Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen geplant

27.06.2026 - 01:18:36 | boerse-global.de

Volkswagen plant drastische Einsparungen mit dem Abbau von bis zu 100.000 Jobs und der Schließung von vier Werken in Deutschland.

VW verschärft Sparkurs: Bis zu 100.000 Stellen vor dem Abbau
VW-Krise - Nahaufnahme eines VW-Emblems, teilweise verdeckt von der Hand eines Arbeiters, der Sparpläne und Stellenabbau symbolisiert. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Einem Medienbericht zufolge plant der Vorstand den Abbau von weltweit bis zu 100.000 Arbeitsplätzen. Das wäre eine Verdopplung der bisherigen Kürzungsziele, die bislang einen Wegfall von 50.000 Stellen bis 2030 vorsahen.

Vier deutsche Standorte vor dem Aus

Im Zentrum der Sanierungspläne steht die Schließung von vier Werken in Deutschland. Nach Informationen aus Branchenkreisen sind die Standorte Hannover, Zwickau und Emden betroffen, sowie das Audi-Werk in Neckarsulm. Ziel ist eine signifikante Effizienzsteigerung, um die Wettbewerbsfähigkeit der Kernmarke VW zu sichern. Aktuell beschäftigt der Konzern weltweit rund 657.000 Mitarbeiter.

Neben den Personalkürzungen soll das Produktportfolio deutlich gestrafft werden. Die Anzahl der Modelle soll von derzeit 150 auf unter 100 sinken. Zudem wird offenbar erwogen, die Kernmarke VW und die Komponententochter organisatorisch aus dem Konzernverbund zu lösen. Ein Unternehmenssprecher lehnte eine Stellungnahme ab – interne Unterlagen kommentiere man grundsätzlich nicht.

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Gewerkschaft droht mit massiver Gegenwehr

Die Arbeitnehmervertretung reagierte mit scharfer Kritik. IG Metall und Konzernbetriebsrat bezeichnen das Vorhaben als „Frontalangriff auf die Belegschaft“. Man werde derartige Pläne mit aller Macht verhindern, hieß es in einer Stellungnahme. Die Rede war zudem von „unverantwortlichen Drohungen“ seitens der Unternehmensführung.

Besonderes Gewicht hat die Position des Landes Niedersachsen, das 20 Prozent am VW-Konzern hält. Die Landesregierung sprach sich bereits gegen Werksschließungen aus. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer warnte – der Standort Zwickau spiele eine zentrale Rolle für die regionale Industrie.

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Entscheidung im Aufsichtsrat steht bevor

Die bisherige Beschäftigungssicherung, die eigentlich bis Ende des Jahrzehnts gelten sollte, steht durch die neuen Überlegungen faktisch unter Vorbehalt. Analysten bewerten die Situation als eine der schwersten Zerreißproben für den Konzern in den letzten Jahrzehnten.

Klarheit soll eine Aufsichtsratssitzung am 9. Juli bringen. Der Vorstand wird dem Gremium dann das detaillierte Sanierungskonzept vorlegen. Angesichts der paritätischen Besetzung und der Beteiligung des Landes Niedersachsen sind langwierige Verhandlungen absehbar.

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