Vonovia-Chef Mucic weist Berliner Vergesellschaftung zurück
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 10:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVonovia-Chef Luka Mucic hat sich mit deutlichen Worten gegen die im Berliner Wahlkampf geforderte Enteignung großer Immobilienkonzerne gewandt. Vergesellschaftung schaffe keine einzige neue Wohnung, senke keine Baukosten und binde Milliarden, die für Neubau und Klimaschutz fehlten, sagte er dem "Manager Magazin".
Wohnraum, Mieten und Investitionen
In Deutschland fehlten rund 1,4 Millionen Wohnungen, sagte Mucic. Um diesen Mangel zu überwinden, seien erhebliche private Investitionen erforderlich, die nur mit Verlässlichkeit, Rechtssicherheit und einem stabilen Investitionsumfeld möglich seien.
Der Vonovia-Chef verwies zudem auf die Mietpreise des Konzerns. Im Durchschnitt liege die Miete bei 8,26 Euro pro Quadratmeter, die Neuvertragsmieten bei 10,80 Euro.
Streit um Zahlen und Eigentum
Die von Teilen des politischen Diskurses genannte Marke von 20 Euro sei nachweislich falsch und schüre Angst, sagte Mucic. Künftige Investitionen würden maßgeblich davon abhängen, ob Eigentum weiterhin verlässlich geschützt werde.
Vonovia besitzt in Berlin dem Vernehmen nach rund 138.000 Wohnungen mit einem Verkehrswert von über 23 Milliarden Euro.
Die Debatte um Vergesellschaftungen bleibt in Berlin politisch belastet, weil sie direkt an die Frage nach bezahlbarem Wohnraum, Investitionssicherheit und den Spielräumen des Landes anknüpft. Vonovia nutzt die aktuelle Wortmeldung von Chef Luka Mucic, um die wirtschaftlichen Folgen solcher Eingriffe in den Mittelpunkt zu rücken.
Wohnungsmarkt und Investitionen
Der Kern des Streits ist bekannt: In einer Stadt mit knappem Angebot wird über den Zugriff auf große Bestände ebenso gestritten wie über die Ursachen hoher Mieten. Mucics Argument zielt darauf, dass zusätzliche Neubauten und energetische Modernisierung ohne verlässliche Eigentums- und Rahmenbedingungen schwerer finanzierbar wären.
Politische Wirkung in Berlin
Für den Berliner Wahlkampf ist die Frage besonders brisant, weil sie soziale Entlastung gegen marktwirtschaftliche Steuerung stellt. Je stärker die Forderung nach Vergesellschaftung politisch getragen wird, desto größer wird der Druck auf große Wohnungsunternehmen, sich öffentlich zu positionieren und ihre Miet- und Investitionspolitik zu verteidigen.
Die von Mucic genannte Differenz zwischen Bestands- und Neuvertragsmieten verweist zudem auf einen zentralen Kommunikationskonflikt im Berliner Wohnungsmarkt: Zahlen, Vergleiche und soziale Wahrnehmung prägen die Debatte oft stärker als juristische Details. Für Mieterinnen und Mieter ist daher nicht nur die Frage entscheidend, ob Enteignungen umgesetzt werden, sondern auch, welche Instrumente kurzfristig tatsächlich Entlastung bringen.
