Volkswagen, Werksschließungen

Volkswagen plant Werksschließungen: Vier deutsche Standorte auf der Streichliste

28.06.2026 - 10:04:22 | boerse-global.de

Volkswagen plant drastische Einsparungen: Bis zu 100.000 Jobs und vier Werke in Deutschland stehen auf dem Spiel.

VW-Krise: Radikaler Sparkurs mit 100.000 Stellenstreichungen
Volkswagen - Nahaufnahme der Hände eines Fabrikarbeiters, die auf einer Oberfläche ruhen, mit verschwommenem Hintergrund einer leeren Montagelinie. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Konzernchef Oliver Blume treibt einem Medienbericht zufolge ein radikales Sparprogramm voran, das weit über bisherige Pläne hinausgeht. Weltweit sollen bis zu 100.000 Arbeitsplätze wegfallen – doppelt so viele wie ursprünglich im Raum standen. Von den rund 657.000 Beschäftigten wäre damit etwa jeder siebte Job betroffen.

Vier deutsche Werke vor dem Aus

Das Sanierungskonzept sieht die Schließung von vier Produktionsstandorten in Deutschland vor. Auf der Streichliste stehen demnach Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Besonders brisant: In Zwickau und Emden flossen zuvor massive Investitionen in die Elektromobilität. Die Unternehmensführung hat Führungskräfte bereits über die Szenarien informiert. Ziel ist es, die Kostenstrukturen des Konzerns mittelfristig wettbewerbsfähig zu machen.

Parallel plant das Management eine deutliche Straffung des Produktportfolios. Die Zahl der angebotenen Modelle soll von rund 150 auf unter 100 sinken. Die Gesamtersparnis bis 2030: 11 Milliarden Euro.

Betriebsrat und Politik kündigen Widerstand an

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Die Pläne stoßen auf harte Ablehnung. Betriebsrat und IG Metall haben bereits massiven Widerstand angekündigt. Ein zentrales Hindernis für den Vorstand: Die bestehende Beschäftigungssicherung schließt betriebsbedingte Kündigungen eigentlich bis 2030 aus.

Auch die niedersächsische Landesregierung stellt sich quer. Ministerpräsident Olaf Lies und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg lehnen Werksschließungen ab. Das Land hält 20 Prozent der Stimmrechte und sitzt im Aufsichtsrat. Zudem äußerte die sächsische Landesregierung Besorgnis über die Zukunft des Standorts Zwickau.

Experten halten die genannten Zahlen allerdings auch für eine Verhandlungstaktik. Der Druck auf die Gewerkschaften könnte strategisch aufgebaut sein.

Kernmarke VW soll ausgegliedert werden

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Ein zentraler Baustein der Strategie von Oliver Blume ist die organisatorische Verselbstständigung der Kernmarke VW sowie der Komponententochter. Durch eine Ausgliederung ließen sich bestehende Strukturen – etwa das VW-Gesetz – rechtlich neu bewerten. Ein VW-Sprecher bestätigte, dass das Unternehmen intensiv an einem Zukunftsplan arbeite.

Die Entscheidung liegt nun beim Aufsichtsrat. Das Gremium kommt voraussichtlich am 9. Juli zusammen, um über das Sanierungskonzept zu beraten. Ob das Management eine Mehrheit für die Werksschließungen findet, gilt angesichts des Widerstands aus Niedersachsen als ungewiss.

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