Volkswagen: Mehrheit der Vorstände sieht existenzielle Gefahr
16.06.2026 - 18:24:05 | boerse-global.de
Die Fondsgesellschaft Deka fordert einen grundlegenden Strategiewechsel – sonst drohe der Abstieg.
„Kapitalmarkt traut VW keine Trendwende zu“
Deka-Vertreterin Tanja Bauer übt scharfe Kritik. Die Kursentwicklung sei enttäuschend, der Kapitalmarkt traue dem Konzern keine nachhaltige Trendwende zu. Volkswagen verliere in strategisch wichtigen Märkten an Boden.
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Die aktuellen Sparmaßnahmen reichen aus Sicht der Investoren nicht. Bis 2030 sollen sie jährlich 15 Milliarden Euro bringen – zu wenig für die angestrebte Zielrendite von 8 bis 10 Prozent. „Wenn Absatz, Margen und Wettbewerbsfähigkeit gleichzeitig unter Druck geraten, ist der alleinige Verweis auf Liquiditätseffekte nicht zielführend“, so Bauer.
Interne Umfrage: Vorstände alarmiert
Die Kritik kommt nicht nur von außen. Eine interne Umfrage unter Vorständen und Aufsichtsräten zeigt: Sechs von neun befragten Vorständen bewerten die Lage als existenzgefährdend. Drei weitere sprechen von einer angespannten Situation.
Das gesamte Gremium fordert einen radikalen Strategiewechsel. Besonders die Konzepte für China und Nordamerika fallen durch – die Führungsebene kritisiert sie drastisch.
Blume hält an Restrukturierung fest
Konzernchef Oliver Blume bleibt bei seinem Kurs. Die Fabrikkosten an deutschen Standorten seien bereits um mehr als 20 Prozent gesunken. Zudem verweist das Management auf die Einigung mit der Gewerkschaft Ende 2024: 35.000 Stellen werden abgebaut.
Für 2026 erwartet Blume eine operative Marge zwischen 4 und 5,5 Prozent. Der Netto-Cashflow soll zwischen 3 und 6 Milliarden Euro liegen. Der CEO betont: Bereits 2025 habe der Konzern externe Gegenwinde in zweistelliger Milliardenhöhe abgefedert.
China: Absatzeinbruch um fast 20 Prozent
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Der chinesische Markt bleibt das größte Problem. Der Branchenverband CPCA meldet für die ersten fünf Monate 2026 einen Absatzrückgang von 19,5 Prozent. Allein im Mai brachen die Verkäufe um 22 Prozent auf 1,5 Millionen Fahrzeuge ein.
Gründe: Auslaufende staatliche Förderungen, schwache Kaufkraft und hohe Kraftstoffpreise. Volkswagen rechnet für das zweite Halbjahr mit keiner Erholung. Der Gesamtmarkt könnte auf unter 21 Millionen Neufahrzeuge schrumpfen.
Immerhin: Während Verbrenner massiv verlieren, wachsen die vollelektrischen Modelle stetig. VW reagiert mit einer Modelloffensive bei E-Autos und Plug-in-Hybriden – und kämpft um Marktanteile in diesem Segment.
