Volkswagen: Bis zu 140.000 Stellen in Gefahr – Blume muss Rede stehen
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 00:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Betriebsrat der Volkswagen AG hat Vorstandschef Oliver Blume für Ende August zu neun außerordentlichen Betriebsversammlungen einbestellt. Hintergrund sind weitreichende Sparpläne und Berichte über massive Stellenstreichungen. Blume muss an mehreren deutschen Standorten Rede und Antwort stehen.
Neun Termine nach der Sommerpause
Die Versammlungen beginnen unmittelbar nach der Sommerpause. Am 25. August spricht Blume im Stammwerk Wolfsburg. Einen Tag später folgen Termine in Emden und Zwickau. In Emden haben Betriebsrat und IG Metall die Belegschaft für 9:30 Uhr zusammengerufen.
Neben dem Konzernchef wird auch Markenchef Thomas Schäfer erwartet. Die Arbeitnehmervertreter fordern Klarheit über die künftige Auslastung der Werke und die Sicherheit der Arbeitsplätze. Die Verunsicherung ist groß: Zuletzt wurden konkrete Szenarien über Werksschließungen und einen deutlichen Personalabbau bekannt.
Angesichts drohender Stellenstreichungen ist es für Arbeitnehmervertreter entscheidend, ihre Mitbestimmungsrechte beim Interessenausgleich genau zu kennen. Dieser kostenlose PDF-Report enthüllt, wie Sie den Sozialplan aktiv zu Gunsten Ihrer Kollegen beeinflussen können. Jetzt Mitbestimmungsrechte beim Sozialplan sichern
Bis zu 140.000 Stellen wackeln
Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen Pläne für einen zusätzlichen Abbau von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen. In einem Worst-Case-Szenario könnten bis 2030 weltweit insgesamt 100.000 Stellen wegfallen. Weitere 40.000 Arbeitsplätze an spezifischen Standorten gelten als gefährdet. In der Summe stünden damit bis zu 140.000 Stellen zur Disposition.
Besonders kritisch ist die Lage in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Konzerninternen Einschätzungen zufolge haben diese Werke nach aktuellem Planungsstand keine wettbewerbsgerechte Auslastung für die Zeit nach 2030. Der Betriebsrat fordert verbindliche Zusagen für neue Modelle und Investitionen.
Wenn betriebsbedingte Kündigungen im Raum stehen, dürfen Betriebsräte keine wichtigen Verhandlungspositionen verschenken. Dieser bewährte Leitfaden unterstützt Sie dabei, einen gerechten Sozialplan mit rechtssicheren Punktesystemen auszuarbeiten. Kostenlosen Ratgeber für Sozialplan-Verhandlungen herunterladen
Gemeinkosten 20 Prozent über Konkurrenzniveau
Die Konzernführung begründet den Spardruck mit einem deutlichen Kostennachteil. Die Gemeinkosten bei Volkswagen liegen demnach rund 20 Prozent über denen wichtiger Wettbewerber. Blume strebt einen Abbau von Überkapazitäten an, will Werksschließungen aber möglichst vermeiden.
Ein weiterer Baustein der Restrukturierung: eine drastische Straffung des Portfolios. Die Modellpalette soll um bis zu 50 Prozent reduziert werden, um Komplexität abzubauen und die Profitabilität zu steigern. Der Aufsichtsrat hat sich bereits mit den Sparplänen befasst. Die konkrete Umsetzung bleibt der zentrale Streitpunkt zwischen Management und Arbeitnehmervertretung.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
