Volkswagen-Aufsichtsrat lehnt Restrukturierung ab: 120.000 Jobs gefährdet
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 23:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG hat die umfassende Restrukturierungsstrategie von Vorstandschef Oliver Blume abgelehnt. Das Gremium stimmte mit 12 zu 7 Stimmen gegen das geplante Maßnahmenpaket.
Streit um Stellenabbau und Werkschließungen
Der Vorstandsentwurf sah den Abbau von bis zu 120.000 Arbeitsplätzen weltweit vor. Vier deutsche Standorte standen zur Disposition: Zwickau und Emden bis 2031, Hannover bis 2032 und Neckarsulm bis 2034.
Die Produktion soll von zehn auf neun Millionen Fahrzeuge jährlich sinken. Auch die Modellpalette außerhalb Chinas will der Vorstand bis 2035 halbieren – die Variantenvielfalt könnte um 75 Prozent schrumpfen. Grund sind Überkapazitäten in den teuren deutschen Werken.
Betriebsrat fordert personelle Konsequenzen
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Betriebsratschefin Daniela Cavallo reagierte scharf und verlangt eine Verkleinerung des Vorstands. Ihr Gremium entzog Blume offiziell das Vertrauen. Der Grund: Der Konzernchef habe ein Ultimatum verstreichen lassen, die Belegschaft detailliert über die Werkschließungen zu informieren. Stattdessen flossen die Informationen zuerst an das Management.
Ab dem 10. August sind Betriebsversammlungen geplant. IG Metall und Betriebsrat lehnen den eingeschlagenen Kurs ab. Ein Branchenkenner brachte die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich als Alternative ins Spiel.
China-Geschäft setzt VW massiv unter Druck
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Die wirtschaftliche Notwendigkeit für einen Kurswechsel ist enorm: Im zweiten Quartal brach der China-Absatz um 33 Prozent ein. Im ersten Halbjahr liegt das Minus bei 20 Prozent, weltweit bei sechs Prozent.
Finanzvorstand Arno Antlitz betont die Dringlichkeit tiefgreifender Kostensenkungen. Ein Lichtblick: Die E-Auto-Aufträge stiegen im ersten Halbjahr um 50 Prozent. Doch die hohen Produktionskosten in Deutschland und die schwächelnde Nachfrage in Asien zwingen VW zum Handeln. Die Entscheidung über die Kernpunkte der Restrukturierung fällt nun im September.
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