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Volkswagen: 50.000 Stellen bis 2030 – Sparplan trotz Aktionärskritik

19.06.2026 - 00:24:49 | boerse-global.de

Volkswagen-Aktionäre entlasten Vorstand trotz Gewinneinbruchs. Ein überraschender Rücktritt aus dem Aufsichtsrat und massive Sparpläne prägen die Hauptversammlung.

VW-Hauptversammlung: Pötsch bestätigt, Wiegand-Rückzug überrascht
Volkswagen - Hände, die Stimmzettel in eine gläserne Wahlurne werfen, symbolisieren Aktionärsentscheidungen und Corporate Governance bei Volkswagen. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Aktionäre der Volkswagen AG haben den Kurs der Unternehmensführung auf der Hauptversammlung weitgehend gestützt – trotz deutlicher Kritik an der wirtschaftlichen Entwicklung. CEO Oliver Blume verteidigte das Sparprogramm, während Hans Dieter Pötsch als Aufsichtsratsvorsitzender bestätigt wurde. Ein überraschender Rücktritt aus dem Kontrollgremium überschattete die Veranstaltung.

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Überraschender Rückzug aus dem Aufsichtsrat

Hans Dieter Pötsch wurde mit über 98 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Auch die Deckungsvereinbarungen mit der Manager-Haftpflichtversicherung und der Haftungsvergleich mit Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn fanden deutliche Mehrheiten.

Doch dann die Überraschung: Susanne Wiegand zog ihre Kandidatur für eine weitere Amtszeit zurück. Die ehemalige Renk-Chefin galt als unabhängige Expertin im Aufsichtsrat. Ihr Rückzug steht Berichten zufolge im Zusammenhang mit Kritik am Machtgefüge des Konzerns – bestimmt von den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch, dem Land Niedersachsen und dem Emirat Katar.

50.000 Stellen sollen bis 2030 wegfallen

Der Hintergrund: Volkswagen verzeichnete einen massiven Gewinneinbruch. Fast die Hälfte des Ergebnisses war im vergangenen Geschäftsjahr weggebrochen. CEO Blume bekräftigte die Notwendigkeit drastischer Sparmaßnahmen. Ziel ist eine Umsatzrendite von 8 bis 10 Prozent bis Ende des Jahrzehnts.

Ein wesentlicher Hebel: der Stellenabbau. Bis 2030 sollen 50.000 Arbeitsplätze wegfallen, allein 35.000 bei der Kernmarke. Für rund 28.000 Austritte gibt es bereits feste Vereinbarungen. Parallel reduziert VW die Produktionskapazitäten in Europa und China um jeweils 500.000 Fahrzeuge. Erste Erfolge seien sichtbar: Die Fabrikkosten sanken im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent.

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Investoren fordern mehr als nur Sparen

Trotz der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat äußerten Großinvestoren wie Deka, Union Investment und DWS deutliches Missfallen. Sie bezeichneten die Entwicklung als schwach, die Dividende als unzureichend. Für das abgelaufene Jahr gibt es 5,20 Euro je Stammaktie und 5,26 Euro je Vorzugsaktie.

Analysten mahnten: Ein reiner Sparkurs ersetze keine umfassende Strategie. VW müsse attraktivere Modelle entwickeln – besonders gegen chinesische Konkurrenten mit effizienten neuen Werken in Europa. Auch die Arbeitnehmervertreter kündigten Widerstand an. IG Metall und Betriebsrat stellen sich gegen mögliche Werksschließungen.

Die VW-Aktie reagierte mit Verlusten und schloss bei 84,10 Euro – ein Minus von mehr als 2,8 Prozent.

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