Nachhaltigkeitsberichte: EU senkt Kosten ab 2027 um über 30 Prozent
19.06.2026 - 00:25:49 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von Union Investment unter 130 Anlegern, die zusammen rund 1,7 Billionen Euro verwalten. Doch der Fokus liegt klar auf der Rendite.
Rendite vor Wirkung – aber langfristig zählt beides
62 Prozent der Befragten geben der Rendite eine höhere Priorität als der konkreten Nachhaltigkeitswirkung. Trotzdem sehen 68 Prozent langfristig einen hohen ökonomischen Nutzen in der nachhaltigen Ausrichtung. Der Anteil nachhaltiger Assets in den Portfolios liegt aktuell bei 65 Prozent.
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Die Kritik an den Rahmenbedingungen ist deutlich: 92 Prozent der Investoren fordern eine praktikablere ESG-Regulierung. Noch größer ist die Skepsis gegenüber der globalen Klimapolitik. 91 Prozent halten die Pariser Klimaziele für nicht mehr erreichbar.
Energieeffizienz: Das Problem im Immobilienbestand
Besonders bei Versicherern wird das Thema konkret. Eine Umfrage unter 80 europäischen Versicherungs-Asset-Managern zeigt: Mehr als die Hälfte der Portfolios besteht zu 10 bis 30 Prozent aus Immobilien mit schlechter Energieeffizienz. Das hat handfeste finanzielle Folgen.
43 Prozent der Manager meldeten bei sogenannten „Stranded Assets“ Wertverluste von 20 bis 30 Prozent innerhalb von drei Jahren. Die Reaktion: 96 Prozent planen Verbesserungen an ihren Beständen. Ziel ist eine Reduktion der Ineffizienzen um bis zu 30 Prozent in den kommenden drei Jahren.
Green Lease in Köln und neue KfW-Kredite
Erste Unternehmen gehen in die Umsetzung. Die MOMENI Gruppe vermietete Mitte Juni eine Bürofläche von rund 5.300 Quadratmetern in Köln langfristig an EY. Der Mietvertrag: ein „Green Lease“, der ökologische Standards im Gebäudebetrieb festschreibt. Das Objekt hat eine BREEAM-Zertifizierung mit der Bewertung „Sehr gut“.
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Parallel dazu erweitert die KfW ihre Förderung. Das Programm „Erneuerbare Energien Plus“ stellt Kredite von bis zu 150 Millionen Euro pro Vorhaben bereit. Gefördert werden Anlagen zur Erzeugung von Strom, Wärme und Kälte aus regenerativen Quellen – außerhalb des EEG.
EU will Berichtskosten drastisch senken
Auch auf europäischer Ebene tut sich etwas. Die EU-Kommission legte Mitte Juni einen Entwurf für überarbeitete Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS) vor. Ziel: Die Berichtskosten um mehr als 30 Prozent senken und die Anzahl verpflichtender Datenpunkte deutlich reduzieren. Die Neuregelungen sollen für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2027 gelten.
