Verfassungsschutzbericht, Extremismus

Verfassungsschutzbericht: Extremismus auf Rekordniveau – 58.700 Rechtsextremisten

30.06.2026 - 16:09:57 | boerse-global.de

Der Verfassungsschutzbericht 2025 zeigt steigende Zahlen bei Rechts- und Linksextremismus sowie wachsende Spionagegefahr.

Verfassungsschutzbericht 2025: Extremismus auf dem Vormarsch
Verfassungsschutzbericht - Eine stilisierte, abstrakte Darstellung digitaler Bedrohungen. Eine dunkle Figur mit leuchtend roten Augen inmitten eines Netzwerks 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Innenminister Horst Seehofer und Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang stellten heute den Verfassungsschutzbericht für 2025 vor. Die Bilanz ist alarmierend: In fast allen extremistischen Bereichen steigen die Personenzahlen.

Rechtsextremismus bleibt größte Gefahr

Die Behörden sehen im Rechtsextremismus weiterhin die massivste Bedrohung für die Demokratie. Das Personenpotenzial wuchs um rund 8.450 auf etwa 58.700 Menschen. Davon gelten rund 15.600 als gewaltorientiert.

Haupttreiber ist die Online-Radikalisierung. Sie führt besonders bei Minderjährigen zu einer Verjüngung der Szene.

Die AfD bleibt Verdachtsfall. Von ihren rund 70.000 Mitgliedern stuft der Verfassungsschutz etwa 28.000 als rechtsextremistisch ein. Neue Gruppierungen wie die „Letzte Verteidigungs Welle“ oder der „Brenton Fanclub“ rückten in den Fokus – sie sind stark vernetzt und aktionsorientiert.

Linksextremismus auf Höchststand

Auch hier steigen die Zahlen: 42.200 Anhänger, ein Plus von 4.200. Besonders brisant: Die gewaltorientierten Linksextremisten erreichten mit 11.600 einen neuen Höchststand.

Die Gewalttaten schnellten um 61 Prozent auf 856 Delikte hoch. Brandanschläge auf die Berliner Stromversorgung im September 2025 und Januar 2026 zeigen, wie stark die Gefährdung kritischer Infrastrukturen ist. Insgesamt registrierten die Behörden über 8.100 linksextremistische Straftaten – ein Anstieg um 39 Prozent.

Spionage und hybride Angriffe

Deutschland liegt im Fokus ausländischer Geheimdienste. Russland, China und der Iran sind die Hauptakteure. Ihre Methoden: Cyberangriffe, Desinformation und physische Repression gegen Oppositionelle und Journalisten.

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Besonders betroffen: Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. Der Verfassungsschutz warnt Forscher explizit vor Kontakten nach China. Das Land gehört zu den führenden Akteuren bei der Ausspähung deutscher Innovationen.

Innenminister Dobrindt betont: Deutschland befinde sich täglich im Zielkorridor hybrider Angriffe. Sie zielen darauf ab, die demokratische Stabilität und wirtschaftliche Stärke zu untergraben.

Forderung nach mehr Befugnissen

Die Lage erfordere Konsequenzen, so Dobrindt. Er fordert eine personelle und technologische Aufrüstung der Geheimdienste. Nötig seien erweiterte Befugnisse im digitalen Raum und Kapazitäten zur aktiven Abwehr von Cyberangriffen.

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Die Gefährdungslage im Islamismus bleibt auf hohem Niveau. Das Personenpotenzial stagniert bei 28.645, die Zahl gewaltorientierter Islamisten liegt bei über 9.100. Insgesamt registrierte Deutschland 2025 rund 58.851 Straftaten mit extremistischem Hintergrund. Die Gewalttaten stiegen um zehn Prozent auf 3.294 Fälle.

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