Unternehmensumfrage, Betriebe

Unternehmensumfrage: 60% der Betriebe wollen Demokratie stärken

06.07.2026 - 07:46:19 | boerse-global.de

Studie zeigt: 60 Prozent der Betriebe sehen Wirtschaft in der Pflicht, Demokratie zu stärken. Handwerk und Politik warnen vor Folgen.

Deutsche Wirtschaft warnt vor AfD und politischer Abschottung
Unternehmensumfrage - Besorgte Geschäftsleute diskutieren in einem modernen Büro, symbolisierend die Warnungen der Unternehmen vor politischer Instabilität. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Angesichts von AfD-Umfragewerten um 29 Prozent bundesweit und bis zu 40 Prozent in Ostdeutschland warnen führende Verbandsvertreter vor den Folgen einer politischen Abschottung.

Unternehmen sehen Demokratie in Gefahr

Mehr als 60 Prozent der Betriebe sehen die Privatwirtschaft in der Pflicht, die Demokratie aktiv zu stärken. Das ergab eine Studie der Bertelsmann Stiftung, für die 900 Unternehmen befragt und 25 vertiefende Interviews geführt wurden. Bereits 80 Prozent der befragten Firmen engagieren sich demnach in diesem Bereich.

Doch es gibt Hürden: Vielen Unternehmen fehlen Zeit und Personal für ein breiteres gesellschaftspolitisches Engagement. Rund 37 Prozent der Befragten zweifeln zudem an der tatsächlichen Wirksamkeit ihrer Maßnahmen. Evonik-Chef Christian Kullmann warnte explizit vor der Ideologie der AfD und deren Folgen für das gesellschaftliche Gefüge.

Handwerk positioniert sich gegen Populismus

Auch das Handwerk bezieht klar Stellung. Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), mahnte Betriebe zur Zurückhaltung gegenüber der AfD. Deutschlands Stärke liege in Innovation, Vielfalt und Weltoffenheit, so Dittrich. Er appellierte an Handwerker, sich in demokratischen Parteien zu engagieren.

Unterstützung kommt von der IHK Halle-Dessau. Deren Chef Sascha Gläßer warnte vor einer Abschottungspolitik: „Das wäre der wirtschaftliche Abstieg.“ Zwar sieht auch er die Politik in der Verantwortung – hohe Energiepreise, Bürokratie und Arbeitskosten belasten die Wirtschaft. Doch die Rhetorik der AfD stelle die für Unternehmen essenzielle Weltoffenheit infrage.

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Minister warnt vor AfD in Regierungsverantwortung

Die Debatte wird durch die aktuelle Umfragelage verschärft. In Sachsen-Anhalt, wo Anfang September Landtagswahlen anstehen, könnte die AfD laut Prognosen eine absolute Mehrheit erreichen. Der dortige Landesverband wird als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sprach sich deshalb dafür aus, AfD-Ministern den Zugang zu staatlichen Geheiminformationen zu verweigern. Als Begründung nannte er die Nähe der Partei zu Russland sowie Vermutungen über Finanzflüsse aus Moskau.

Gewalt gegen Journalisten auf Parteitag

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Zusätzliche Spannungen entstanden am vergangenen Wochenende auf dem AfD-Parteitag in Erfurt. Dort wurden Journalisten angegriffen. SPD, Grüne und CDU verurteilten die Vorfälle. Presseverbände forderten eine lückenlose Aufklärung.

Die Gesellschaft bleibt gespalten im Umgang mit der Partei: Laut einer aktuellen INSA-Umfrage befürworten 42 Prozent der Bürger die sogenannte „Brandmauer“ zur AfD. 39 Prozent halten diese Abgrenzung für falsch.

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