Uniper-Verkauf, Arbeitnehmer

Uniper-Verkauf: Arbeitnehmer fordern Börsengang statt Direktverkauf

03.06.2026 - 16:11:19 | boerse-global.de

Uniper-Arbeitnehmervertreter stemmen sich gegen einen Direktverkauf an strategische Investoren und plädieren für einen Börsengang. Der Bund muss seinen Anteil bis 2028/2029 reduzieren.

Uniper-Verkauf: Arbeitnehmer fordern Börsengang statt Direktverkauf - Bild: über boerse-global.de
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Die Arbeitnehmervertreter lehnen einen Direktverkauf an strategische Investoren entschieden ab und fordern stattdessen einen Börsengang.

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„Feindlicher Akt gegen die Belegschaft“

Martin Geilhorn, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, warnte am Mittwoch vor den Folgen einer außerbörslichen Transaktion. Ein solcher Schritt käme einem feindlichen Akt gegen die Interessen der Beschäftigten gleich, so Geilhorn. Die Arbeitnehmervertreter fürchten, dass ein strategischer Investor den Konzern zerschlagen könnte.

Die Sorge um die Versorgungssicherheit steht im Raum. Geilhorn zog einen warnenden Vergleich zur Konsolidierung im Bankensektor – konkret zur Übernahme von Commerzbank-Aktien durch UniCredit im Jahr 2024. Dieses Szenario gelte es für Uniper zu vermeiden.

Zwei Wege, ein Ziel

Der Bund hält nach der Verstaatlichung 2022 noch immer eine deutliche Mehrheit an Uniper. Brüssel zwingt die Regierung jedoch zum Rückzug: Bis 2028 oder 2029 muss der Staatsanteil auf eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie schrumpfen.

Die Bundesregierung hat daher einen „Zwei-Wege-Prozess" gestartet. Möglich sind sowohl ein Börsengang als auch ein Direktverkauf an private Investoren. Die Investmentbanken JP Morgan und UBS begleiten das Verfahren.

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Wer will Uniper?

Das Interesse ist groß. Bis zum 12. Juni müssen potenzielle Bieter ihre Absichtserklärungen abgeben. Der Konzern wird auf über zehn Milliarden Euro geschätzt, Analysten taxieren den Wert auf 8,8 bis 11,4 Milliarden Euro – plus rund 4,4 Milliarden Euro an Nettobeständen.

Mehrere internationale Schwergewichte haben Interesse signalisiert:

  • Equinor (Norwegen)
  • Vattenfall (Schweden)
  • Taqa (Abu Dhabi)
  • CPPIB (Kanada)
  • EPH Group des tschechischen Investors Daniel K?etínský
  • Brookfield und TotalEnergies

Besonders begehrt sind Unipers skandinavische Kraftwerke. Sowohl Vattenfall als auch Fortum haben Interesse an den schwedischen Atom- und Wasserkraftanlagen angemeldet.

Zeitplan und offene Fragen

Eine endgültige Entscheidung über Verkauf oder Börsengang wird für den Herbst 2026 erwartet. Branchenkenner rechnen bis November mit einer klaren Richtung. In einer zweiten Runde sollen indikative Angebote eingehen.

Der Bund will seinen Anteil von 74,12 Prozent reduzieren, aber eine strategische Minderheitsbeteiligung behalten – die nationale Versorgungssicherheit steht dabei im Fokus.

Die Börse reagierte verhalten: Uniper-Aktien fielen am Dienstag um 3,5 Prozent auf 47,15 Euro und gaben am Mittwoch weiter auf 46,25 Euro nach.

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