Umweltprämie, Anträge

Umweltprämie: 32.911 Anträge in einer Woche – Rekord beim Bafa

28.05.2026 - 19:42:24 | boerse-global.de

Fast 33.000 Anträge für die neue Umweltprämie in nur einer Woche. Elektroautos dominieren die Nachfrage mit über 90 Prozent.

Umweltprämie: 32.911 Anträge in einer Woche – Rekord beim Bafa - Foto: über boerse-global.de
Umweltprämie: 32.911 Anträge in einer Woche – Rekord beim Bafa - Foto: über boerse-global.de

Seit dem 19. Mai läuft die Antragstellung für die neue Umweltprämie – und die Nachfrage ist enorm. Innerhalb weniger Tage gingen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) fast 33.000 Anträge ein. Das Interesse an vollelektrischen Fahrzeugen ist dabei überragend.

Rekordzahlen nach Förderstart

Bis zum 26. Mai verzeichnete das Bafa genau 32.911 Förderanträge. Davon entfielen 29.883 Anträge – das sind 90,8 Prozent – auf reine Batterie-elektrische Fahrzeuge (BEV) oder Brennstoffzellen-Autos. Lediglich 3.028 Anträge betrafen Plug-in-Hybride.

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Die Prämie von bis zu 6.000 Euro pro Fahrzeug lockt offenbar eine breite Käuferschicht an. Die Antragsdaten zeigen: 47 Prozent der Anträge stammen aus Haushalten mit einem Jahreseinkommen von bis zu 45.000 Euro, 70 Prozent aus Haushalten mit bis zu 60.000 Euro. Der Bund hat für das Programm bis 2029 insgesamt drei Milliarden Euro eingeplant – genug für rund 800.000 Fahrzeuge.

Wechselbereitschaft auf Höchststand

Die angekündigte Förderung hat das Kaufverhalten bereits im Frühjahr massiv beeinflusst. Das HUK-Coburg-E-Barometer für das erste Quartal 2026 meldet einen Rekordwert: 7,5 Prozent der privaten Autokäufer wechselten vom Verbrenner zum E-Auto. Im März 2026 lag die Wechselrate sogar bei 8,9 Prozent – ein Wert, den Analysten auch mit den geopolitischen Spannungen in Verbindung bringen.

Besonders auffällig ist der Trend bei jungen Fahrern. Unter 40-Jährige wechseln fast doppelt so häufig wie der Durchschnitt des Jahres 2025. Eine YouGov-Umfrage vom Jahresanfang untermauert diesen Trend: 18 Prozent der Führerscheinbesitzer erwägen demnach einen früheren Umstieg aufs E-Auto – genau wegen der angekündigten Förderung.

Bei den privaten Käufern liegen Skoda und Tesla vorn. Die offiziellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für Januar bis April 2026 zeigen jedoch Volkswagen mit 33.101 Neuzulassungen auf dem ersten Platz, gefolgt von Skoda.

Europäischer Markt im Wandel

Das Wachstum der E-Mobilität zeigt sich auch europaweit. Die Zahlen für April 2026 sprechen eine klare Sprache: Während die Pkw-Neuzulassungen in der EU insgesamt um rund fünf Prozent auf 972.000 Einheiten stiegen, legten die Zulassungen von BEV um fast 38 Prozent zu. Benzin- und Dieselfahrzeuge verloren dagegen zweistellig – minus 16 beziehungsweise 17 Prozent.

Deutschlands E-Auto-Marktanteil erreichte im April 26 Prozent und lag damit deutlich über dem EU-Schnitt von 21 Prozent. Spitzenreiter ist Dänemark mit 82 Prozent. Aber auch andere große Märkte wie Italien und Frankreich verzeichnen kräftige Zuwächse im E-Segment.

Die Konkurrenz wird internationaler: Chinesische Hersteller wie BYD, Geely, Chery und Leapmotor steigerten ihren EU-Marktanteil im April auf 8,5 Prozent – im Vorjahr waren es noch 5,8 Prozent. Die deutschen Hersteller – Volkswagen-Konzern, BMW und Mercedes – kommen in den ersten vier Monaten gemeinsam auf 38,3 Prozent.

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Neue Hürden für Antragsteller

Die Beantragung der maximal 6.000 Euro bringt eine bürokratische Neuerung mit sich: Privatpersonen müssen ihre beiden letzten Einkommensteuerbescheide einreichen. Das könnte Menschen, die bisher keine Steuererklärung abgeben mussten, erstmals dazu zwingen. Zwar sind freiwillige Steuererklärungen bis zu vier Jahre rückwirkend möglich, doch die Regierung prüft offenbar Alternativen – etwa Lohnsteuerbescheinigungen, um das Verfahren zu vereinfachen.

Der Antrag muss digital mit einer elektronischen Identität (eID) oder einem Elster-Zertifikat gestellt werden. Die Förderung gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die seit dem 1. Januar 2026 gekauft wurden – sofern die Einkommens- und Dokumentationskriterien erfüllt sind.

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