Umsatzsteuerbetrug: 300-Millionen-Schaden bei Operation Alba
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 21:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de
„Operation Alba“: Durchsuchungen in vier Ländern
Am Donnerstag und Freitag rollte eine konzertierte Aktion gegen organisierten Umsatzsteuerbetrug im Autohandel. Unter dem Codenamen „Operation Alba“ durchsuchten Einsatzkräfte in Deutschland, den Niederlanden und Polen zahlreiche Objekte. Die Beamten nahmen zwei Hauptverdächtige fest – einen in Deutschland, einen in den Niederlanden.
Die Razzien liefen in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Sachsen und Bayern. Beteiligt waren die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) in Köln, das Zollfahndungsamt Essen und die Finanzverwaltung NRW.
Luxusautos, Waffen, Bargeld: Die Beute der Bande
Die Ermittler stellten umfangreiches Beweismaterial sicher. Darunter digitale Datenträger, Waffen, Luxusfahrzeuge, hochwertige Uhren, Schmuck und Bargeld. Allein die beschlagnahmten Immobilien und Fahrzeuge haben einen Wert von über 2,5 Millionen Euro. Insgesamt sicherten die Behörden bereits Vermögenswerte in Höhe von rund 15 Millionen Euro.
Jahrelange Ermittlungen: Von „Falscher Hase“ zu „Alba“
Die Wurzeln der Operation reichen bis Januar 2021 zurück. Damals startete die Ermittlungskommission „Falscher Hase“ – ausgelöst durch einen Hinweis der italienischen Steuerbehörden. Das Verfahren richtet sich gegen mehr als 70 Beschuldigte.
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Der Vorwurf: Sie sollen zwischen 2017 und Juni 2023 ein komplexes System zum Steuerbetrug betrieben haben. Der Gesamtschaden? Rund 300 Millionen Euro.
Die aktuelle Operation knüpft an den Vorgängerkomplex „Huracán“ an. Damals, im Juni 2023, waren über 2.000 Fahnder im Einsatz, mehr als 10.000 Fahrzeuge wurden überprüft. Neun Personen wurden bereits zu Freiheitsstrafen zwischen zwei und sieben Jahren verurteilt.
So funktionierte der Betrug
Die mutmaßlichen Täter nutzten verschiedene Methoden, um Steuerzahlungen zu umgehen. Ein zentraler Punkt: die missbräuchliche Anwendung der Differenzbesteuerung beim Autohandel. Allein dadurch entstand ein Steuerschaden von über 3,2 Millionen Euro.
Beim klassischen Umsatzsteuerbetrug werden grenzüberschreitende Warenströme in sogenannten Karussellgeschäften vorgetäuscht. Ziel: Vorsteuererstattungen kassieren, ohne je Steuern gezahlt zu haben. Die Bande hatte dieses System über Jahre professionalisiert. Das Geld floss in Luxusgüter und Immobilien.
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Die Ermittlungen gegen die weiteren Beteiligten laufen auf Hochtouren.
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