Ueckermünde, Betriebsrat

Ueckermünde: Betriebsrat fordert für knapp 290 Beschäftigte 18 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Beschäftigten weisen den Vorschlag der Breyden-Gruppe zurück; Betriebsrat und Unternehmen liegen bei den Abfindungen weit auseinander.
Ein verlassenes, graues Industriegelände einer Eisengießerei unter einem bewölkten Himmel in einer ländlichen Region. Illustration mit AI erstellt.

Die Beschäftigten der von der Schließung bedrohten Eisengießerei Ueckermünde im Landkreis Vorpommern-Greifswald haben bei einer Betriebsversammlung einen ersten Entwurf für einen Sozialplan abgelehnt. Der Konflikt um die Abfindungen und Konditionen für die Belegschaft spitzt sich damit weiter zu.

Weit auseinanderliegende finanzielle Vorstellungen

Der Betreiber des Standorts, die Breyden-Gruppe, hatte für knapp 290 Mitarbeiter Zahlungen und Abfindungen von insgesamt 3 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im Gegenzug verlangte das Unternehmen von den Beschäftigten den Verzicht auf Kündigungsschutzklagen.

Auf Seiten der Arbeitnehmervertreter stößt dieses Angebot auf entschiedenen Widerstand. Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Clemens Schröder würden sich nach dem vorliegenden Entwurf selbst für Mitarbeiter mit mehr als 30 Jahren Betriebszugehörigkeit nur Beträge von wenigen tausend Euro ergeben. Der Betriebsrat fordert stattdessen eine Gesamtsumme von mindestens 18 Millionen Euro, was dem Sechsfachen des bisherigen Angebots entspricht.

Geplante Schließung und Verhandlungsstand

Die Schließung des traditionsreichen Werks ist zum Jahresende geplant. Bislang wurden nach Unternehmensangaben noch keine Kündigungen ausgesprochen. Die Geschäftsführung der Eisengießerei Ueckermünde erklärte, dass die Verhandlungen laufen, nannte jedoch öffentlich keine weiteren Details.

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Auch politische Vermittlungsversuche brachten bislang keinen Durchbruch: Vom Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor angebotene Bundeshilfen führten zu keiner Lösung des Konflikts. Um über das weitere Vorgehen und mögliche Auswege zu beraten, ist für diesen Freitag ein weiteres Krisentreffen angesetzt.

Parallele Konflikte in anderen Betrieben

Auseinandersetzungen über Belegschaftsinteressen und betriebliche Vereinbarungen prägen derzeit auch andere Betriebe. Bei Martinrea Honsel in Meschede stimmte die IG Metall angesichts von drohenden 340 Entlassungen Verhandlungen über einen Sozialplan und damit verbundene Tarifänderungen zu.

Beim Fahrzeugbauer Westfalen-Mobil wiederum verständigten sich Geschäftsführung und Betriebsrat vor dem Arbeitsgericht Bielefeld auf die Einsetzung einer Einigungsstelle.

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Hintergrund ist ein Streit über Prämienzahlungen für Produktionsmitarbeiter, die seit Juli ausbleiben, nachdem zuvor bis Ende Juni eine entsprechende Betriebsvereinbarung bei Einhaltung bestimmter Zeitfenster gegolten hatte. Rund 90 Klagen von Mitarbeitern laufen in diesem Zusammenhang weiter und waren bislang noch kein Gegenstand vor dem Arbeitsgericht.

Juristische Auseinandersetzungen beschäftigten Ende Oktober auch das Arbeitsgericht Berlin: Im Streit um das Unionhilfswerk wies das Gericht Anträge des Trägers ab, darunter ein Eilverfahren zum Ausschluss zweier Betriebsratsmitglieder sowie einen Antrag auf Einsetzung einer Einigungsstelle zur Vergütungsordnung. Gegen diese Berliner Beschlüsse steht dem Arbeitgeber der Weg zum Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg offen.

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