THG-Quote für E-Hoflader: Zulassungspflicht blockiert Prämien
21.06.2026 - 10:03:35 | boerse-global.de
Grund sind bürokratische Hürden.
Zulassungspflicht bremst E-Hoflader aus
Das Problem liegt im Kleingedruckten: Für die THG-Quote benötigen Landwirte eine Zulassungsbescheinigung Teil 1. Viele E-Hoflader sind jedoch als selbstfahrende Arbeitsmaschinen eingestuft. Bis 20 km/h sind sie von der Zulassungspflicht befreit. Sie besitzen dann nur eine allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) – kein amtliches Kennzeichen.
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Die Folge: Staatliche Stellen und private Vermittler lehnen die Anträge ab. Größere Modelle mit Pflichtzulassung haben dagegen gute Chancen auf die Förderung.
Experten raten betroffenen Landwirten, eine freiwillige Zulassung zu prüfen. Das sollte aber vorher mit dem THG-Anbieter abgestimmt werden. Zum Vergleich: Die THG-Prämien für vollelektrische Pkw liegen 2026 schätzungsweise zwischen 165 und 215 Euro.
Batteriespeicher als neues Standbein
Angesichts schwankender Erträge setzen viele Betriebe auf alternative Energieprojekte. Die Speicherbranche wächst rasant: Der Umsatz stieg von 15,2 Milliarden Euro (2025) auf prognostizierte 17,1 Milliarden Euro (2026). Die installierte Kapazität von Großbatteriespeichern soll von 4 auf 9 Gigawattstunden steigen.
Treiber sind Arbitrage-Handel und Regelenergie. Ein begrenzender Faktor bleibt der Netzausbau. Ein regionaler Netzbetreiber berichtete im Februar 2026 von Anschlussanfragen für 164 Gigawatt – verbindliche Zusagen gab es nur für drei Gigawatt.
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Auch Biogas bleibt relevant. Im Juni 2026 wurde die nördlichste Biomethananlage Deutschlands in Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Sie speist jährlich rund 150 Millionen Kilowattstunden Biomethan ein und spart rechnerisch 90.000 Tonnen CO2.
Liquiditätskrise: Bauern unter Druck
Die Forderung nach zusätzlichen Einnahmen wird durch die angespannte Lage der Agrarbetriebe verstärkt. Bauernpräsident Rukwied warnte jüngst vor einer drohenden Liquiditätskrise. Die Preise für Getreide verharren auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig liegen die Kosten für Düngemittel rund 30 Prozent über dem Vorjahreswert.
In der Schweinehaltung wurden Preise von lediglich 1,50 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht gemeldet. Frühere Werte lagen bei über zwei Euro.
Niederlande fördern massiv – Deutschland zögerlich
Andere EU-Staaten gehen deutlich schneller vor. Seit dem 2. Juni 2026 bietet ein niederländisches Subventionsprogramm Zuschüsse von bis zu 55 Prozent für emissionsfreie Arbeitsmittel – besonders für schwere Traktoren.
In Deutschland gibt es nur regionale Ansätze: Hessen führte im Juni 2026 eine Umstellungsprämie für den Ökolandbau ein. Betriebe erhalten bis zu 3.000 Euro pro Jahr über drei Jahre.
EU plant neue Strategie bis 2035
Auf europäischer Ebene entstehen neue Rahmenbedingungen. Ein Entwurf für eine EU-Eiweißstrategie sieht vor, den Eigenversorgungsgrad bis 2035 auf 35 Prozent zu steigern. Ab 2028 sollen produktionsgekoppelte Beihilfen für Kulturen wie Raps und Leguminosen über nationale Fonds fließen.
Gleichzeitig wird über den EU-Haushalt 2028 bis 2034 gestritten. Die Höhe der Mittel beeinflusst direkt die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP).
Der Deutsche Bauernverband fordert zudem eine rasche Auszahlung angekündigter EU-Hilfen in Höhe von 540 Millionen Euro. Die Mittel sollen gestiegene Düngemittelkosten kompensieren und bis zum Spätsommer 2026 unbürokratisch bei den Betrieben ankommen.
