Thermo Fisher Bremen: 100 Jobs vor Verlagerung nach Tschechien
17.06.2026 - 02:40:00 | boerse-global.de
Das Management untersagte kurzfristig ein Treffen von Politikern mit Arbeitnehmervertretern auf dem Werksgelände – die Veranstaltung musste vor das Haupttor verlegt werden.
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Knapp 100 Jobs vor der Verlagerung nach Tschechien
Im Kern geht es um die Fertigung von Massenspektrometern. Das Unternehmen will die Produktion von Bremen nach Brünn in Tschechien verlagern. Laut IG Metall und Betriebsrat sind knapp 100 der 520 Arbeitsplätze in der Hansestadt betroffen.
Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass dies erst der Anfang ist. Sie warnen vor einer schrittweisen Standortauflösung. Dabei sei der Bremer Standort hochprofitabel: Der Umsatz liegt bei rund 700 Millionen Euro jährlich, der Gewinn bei etwa 300 Millionen Euro. Umso größer ist das Unverständnis bei den Beschäftigten.
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Politiker vor verschlossenen Toren
Die Geschäftsleitung sperrte am 16. Juni den Zugang für Politiker zum Werksgelände. Der Informationsaustausch fand daraufhin auf der Straße vor dem Haupteingang statt – ein deutliches Zeichen für das zerrüttete Verhältnis zwischen Führung und Belegschaft.
SPD-Fraktionschef Güngör zeigte sich irritiert. Die Pläne seien schwer nachvollziehbar, gerade weil der Standort wirtschaftlich erfolgreich sei.
Verhandlungen gehen weiter
Das Management begründet die Umstrukturierung mit Prozessoptimierung und Wettbewerbsfähigkeit. IG Metall und Betriebsrat fordern dagegen eine langfristige Standortgarantie und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.
Der nächste entscheidende Schritt steht an: Am 18. Juni treffen sich alle Parteien im Atlantic Hotel. Dort soll über Kompromisse im Streit um den Stellenabbau beraten werden. Die Gewerkschaft kündigte an, den Druck aufrechtzuerhalten – die Produktion der Hightech-Geräte soll in der Region bleiben.
