Tabaksteuer, Packung

Tabaksteuer: Packung Zigaretten kostet 2030 fast 12 Euro

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 01:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Bundesregierung plant eine drastische Erhöhung der Tabaksteuer. Eine Packung Zigaretten soll bis 2030 rund 11,78 Euro kosten, um Haushaltslöcher zu stopfen.

Tabaksteuer-Reform: Zigarettenpreis steigt bis 2030 auf fast 12 Euro
Eine Zigarettenpackung mit einem deutlich höheren Preisetikett, das die geplante Tabaksteuererhöhung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bis 2030 soll eine Packung Zigaretten fast 12 Euro kosten.

Hintergrund ist die angespannte Haushaltslage. Die Mehreinnahmen sollen Löcher stopfen und Entlastungsprogramme gegenfinanzieren. Konkrete Auslöser für die Verschärfung blieben offen.

Stufenweise auf 11,78 Euro

Einem Entwurf des Bundesfinanzministeriums zufolge steigt der Preis für eine Standardpackung schrittweise:

  • 2027: 9,10 Euro
  • 2028: 9,91 Euro
  • 2029: 10,81 Euro
  • 2030: 11,78 Euro

Der reine Steueranteil klettert von aktuell rund 4 Euro auf 6,19 Euro im Jahr 2030. Der Bund rechnet ab 2027 mit jährlichen Mehreinnahmen von 800 Millionen Euro. Bis Ende des Jahrzehnts summiert sich das auf rund 4,5 Milliarden Euro.

Wasserpfeifentabak wird massiv teurer

Die Reform trifft nicht nur klassische Zigaretten. Besonders krass fällt die Erhöhung bei Wasserpfeifentabak aus. Hier steigt die Steuer von 56 Euro pro Kilo auf 188,46 Euro bis 2030. Branchenkenner warnen vor einem Boom des Schwarzmarkts.

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Auch Feinschnitt-Tabak wird stärker besteuert. Bei E-Zigaretten-Liquids ist eine jährliche Erhöhung um einen Cent pro Milliliter geplant. Bereits im September soll die Tabaksteuer um 15 Prozent steigen, zum Jahreswechsel folgen weitere fünf Prozent.

Warum die Regierung jetzt handelt

Die Verschärfung hängt direkt mit der Haushaltslage zusammen. Ursprünglich wollte die Koalition den Steuerzuschuss für die gesetzliche Krankenversicherung kürzen – darauf verzichtet sie nun. Die neuen Steuereinnahmen gleichen das Defizit aus.

Zudem dient die Tabaksteuer als Gegenfinanzierung für das Energie-Sofortprogramm. Dieses sah im Mai 2026 eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe vor.

Eine Finanzkommission für Gesundheit empfiehlt neben höheren Tabaksteuern auch Aufschläge auf Alkohol und Zucker. Das Ziel: Den Konsum gesundheitsschädlicher Produkte senken und Folgekosten fürs Gesundheitssystem reduzieren. Konkret stehen für 2027 eine Alkoholsteuer-Erhöhung um 20 Prozent (Bier ausgenommen) und eine nach Zuckergehalt gestaffelte Steuer zur Debatte.

Auch andere Steuern steigen

Das Reformpaket für 2027 sieht weitere Änderungen vor. Besserverdiener sollen durch höhere Spitzensteuersätze stärker belastet werden. Geringverdiener entlastet ein höherer Grundfreibetrag – er steigt bis 2028 auf 12.900 Euro.

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Der Zusatzbeitragssatz in der Krankenversicherung bleibt stabil bei 2,9 Prozent. Dafür steigt die Beitragsbemessungsgrenze 2027 um 3.600 Euro.

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