Minijob-Reform: Pauschalsteuer steigt von 2 auf 5 Prozent
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 01:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während die Rentenkommission eine Integration ins Sozialversicherungssystem empfiehlt, warnen Wirtschaftsvertreter vor Belastungen für ganze Branchen.
Höhere Abgaben für Arbeitgeber
Die Reformvorschläge unter Kanzler Merz sehen deutliche Veränderungen vor. Minijobs liegen derzeit bei maximal 603 Euro Monatsverdienst. Kern der Planung: Der Pauschalsteuersatz für Arbeitgeber steigt von zwei auf fünf Prozent. Zudem entfällt die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen.
Die Rentenkommission befürwortet die verpflichtende Einbeziehung. Ausnahmen sind für Schüler, Studierende und Rentner vorgesehen. Ein IAB-Experte bezifferte die Mehrkosten für Betriebe am 12. Juli auf rund 18 Euro pro Monat und Minijobber. Bei gleichbleibender Beschäftigtenzahl könnten die staatlichen Mehreinnahmen zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro liegen. Die Regierung strebt eine Umsetzung bis Ende 2026 an.
Angesichts steigender Abgaben und neuer Grenzwerte ist ein rechtssicherer Vertrag für geringfügig Beschäftigte wichtiger denn je. Diese kostenlose Mustervorlage schützt Arbeitgeber vor rechtlichen Fallstricken und lässt sich sofort an den eigenen Betrieb anpassen. Rechtssichere Minijob-Mustervorlage sofort herunterladen
Politischer Widerstand formiert sich
CSU-Chef Markus Söder sprach sich am 11. Juli entschieden gegen eine Abschaffung oder tiefgreifende Reform aus. „Die Beibehaltung des aktuellen Modells ist essenziell für die Gastronomie, den Einzelhandel und die Landwirtschaft“, betonte er. Stattdessen forderte er die Abschaffung der Rente mit 63 und den Ausbau einer kapitalgedeckten Altersvorsorge.
Wirtschaftsverbände haben ihre Bedenken in einem Brandbrief an die Ministerien für Arbeit und Gesundheit formuliert. Sie warnen vor irreversiblen Schäden und einer Überlastung der Betriebe. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) bezeichnete die Pläne dagegen als notwendigen Schritt gegen Altersarmut. Besonders für Frauen sei eine lückenlose Rentenversicherungspflicht ein wichtiger Baustein.
Zahlen und Expertenkritik
Im ersten Quartal 2026 gab es rund 6,8 Millionen Minijobber in Deutschland. Nur 20,9 Prozent von ihnen waren rentenversicherungspflichtig. Seit dem 1. Juli besteht zudem eine einmalige Rückkehroption in die gesetzliche Rentenversicherung für Beschäftigte, die sich zuvor dauerhaft befreien ließen.
Ab Januar 2026 gilt die neue Minijob-Grenze von 603 Euro – ein kritischer Zeitpunkt, um bestehende Verträge auf ihre Aktualität zu prüfen. Erfahren Sie in diesem Experten-Ratgeber, worauf Personaler und Selbstständige jetzt achten müssen, um auch künftig rechtskonform zu bleiben. Jetzt kostenlose Mustervorlage sichern und auf dem neuesten Stand bleiben
Ein IAB-Experte bewertete die Reformpläne am 12. Juli als unzureichend. Er kritisierte die Maßnahmen als halbherzig. Die Kernprobleme blieben ungelöst: schwache Brückeneffekte von Minijobs in reguläre Beschäftigung und die Verdrängung sozialversicherungspflichtiger Stellen. Sein Vorschlag: Ab einer bestimmten Einkommensgrenze die volle Steuer- und Sozialversicherungspflicht einführen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
