Super-Abschreibung, Degression

Super-Abschreibung: 30 Prozent Degression für Investitionen ab Juli

27.06.2026 - 08:03:58 | boerse-global.de

Ab Juli 2026 gelten neue Abschreibungsregeln für Unternehmen. Die Koalition berät über weitere Entlastungen von bis zu 20 Milliarden Euro.

Steuerliche Neuerungen ab Juli: Super-Abschreibung und Koalitionsgipfel
Super-Abschreibung - Ein modernes Elektrofahrzeug lädt an einer gewerblichen Ladestation vor einem Bürogebäude in der Dämmerung. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten treten in Kraft, während die Koalitionsspitzen heute über weitere Entlastungen beraten.

Degressive Abschreibung kommt ab Juli

Am 1. Juli startet die sogenannte Super-Abschreibung. Unternehmen können dann für bewegliche Wirtschaftsgüter eine degressive Absetzung für Abnutzung (AfA) von 30 Prozent nutzen. Die Regelung ist bis 2027 befristet und basiert auf einem Kabinettsbeschluss vom 4. Juni.

Besonders großzügig fällt die Förderung für Elektroautos aus. Neu angeschaffte E-Fahrzeuge lassen sich zu 75 Prozent abschreiben – gültig bis 2028. Zudem steigt die Bruttolistenpreisgrenze für die Dienstwagenbesteuerung auf 100.000 Euro. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) will damit die gewerbliche Investitionstätigkeit ankurbeln.

Koalitionsgipfel: Zwei Szenarien auf dem Tisch

Heute treffen sich Vertreter von CDU, CSU und SPD zu einem Vortreffen für den kommenden Koalitionsgipfel. Im Zentrum steht die steuerliche Zukunft. Klingbeil hat zwei Szenarien vorgelegt: Entlastungen von entweder 10 oder 20 Milliarden Euro.

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Die SPD fordert eine Gegenfinanzierung durch höhere Steuern für Spitzenverdiener. Die Union lehnt das ab. Alternativ diskutieren die Parteien eine zweijährige Pflicht zur Steuererklärung oder die bundesweite Einführung des Hessen-Modells. Auch eine Tabaksteuererhöhung steht im Raum – sie könnte eine Milliarde Euro Mehreinnahmen bringen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte im Vorfeld: Die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts müsse Priorität haben.

Energieeffizienz und EU-Steuerpaket entlasten zusätzlich

Das reformierte Energieeffizienzgesetz vom 24. Juni schafft weitere Spielräume. Die Regierung rechnet mit Entlastungen von über 3 Milliarden Euro. Unternehmen müssen Energie- oder Umweltmanagementsysteme erst ab einem höheren Verbrauch einführen. Rechenzentren bekommen längere Übergangsfristen bei Effizienzvorgaben und beim Umstieg auf erneuerbare Energien.

Am selben Tag verabschiedete die EU ein Steuervereinfachungspaket. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis erwartet jährliche Einsparungen von rund 8 Milliarden Euro durch wegfallende Quellensteuern und reduzierte Meldepflichten. Allein 3,3 Milliarden Euro entfallen auf den Abbau von Verwaltungskosten.

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Konjunktur: Vorsichtige Erholung in Sicht

Die Maßnahmen fallen in eine Phase vorsichtiger konjunktureller Erholung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juni auf 85,6 Punkte. Ifo-Präsident Clemens Fuest sieht Reformen bei Steuern und Bürokratie als vertrauensbildend. Unternehmen hofften auf eine Stabilisierung der globalen Lage.

Parallel zu den steuerlichen Änderungen beschloss der Bundestag am 26. Juni das Infrastruktur-Zukunftsgesetz. Es soll Planungs- und Genehmigungsverfahren für Schienen, Straßen und Brücken beschleunigen. Der Haushaltsausschuss gab zudem bis zu 7,2 Milliarden Euro für den Einstieg des Bundes beim Panzerbauer KNDS frei – eine paritätische Beteiligung mit Frankreich vor dem geplanten Börsengang.

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