Deutschland, Luftverkehr

Lufthansa einigt sich mit Bodenpersonal – Streiks abgewendet

27.03.2026 - 10:49:38 | dpa.de

Streikgeprüfte Passagiere der Lufthansa können etwas durchatmen. Wenigstens das Bodenpersonal wird in diesem Jahr nicht die Arbeit niederlegen. Bei anderen Berufsgruppen ist das noch offen.

  • Mit einem Tarifabschluss wurden Streiks beim Bodenpersonal der Lufthansa abgewendet.  - Foto: Marcus Brandt/dpa
    Mit einem Tarifabschluss wurden Streiks beim Bodenpersonal der Lufthansa abgewendet. - Foto: Marcus Brandt/dpa
  • Bei der Lufthansa sind Streiks beim Bodenpersonal mit einer Tarifeinigung vom Tisch. (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa
    Bei der Lufthansa sind Streiks beim Bodenpersonal mit einer Tarifeinigung vom Tisch. (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa
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Bei der Lufthansa sind Streiks einer weiteren Berufsgruppe abgewendet. Das Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi einigten sich auf einen neuen Tarifabschluss für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten. Danach erhalten die Mitarbeiter Gehaltssteigerungen von insgesamt rund 4,6 Prozent in zwei Stufen, wie beide Seiten mitteilten. 

So bekommen die Beschäftigten von Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo rückwirkend zum 1. Januar 2,2 Prozent mehr Geld, vom 1. März 2027 an folgt eine weitere Erhöhung um 2,4 Prozent. Bei den Bodenbeschäftigten der Lufthansa AG greift die erste Stufe ein Jahr später wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 26 Monate bis Ende Februar 2028.

Michael Niggemann, Vorstand Personal und Recht der Lufthansa, sagte, die lange Laufzeit garantiere Verlässlichkeit. Der Abschluss setze in Zeiten geopolitischer Krisen ein klares Zeichen. Ähnlich äußerte sich Verdi. «Dieses Tarifergebnis schafft Sicherheit in unsicheren Zeiten», sagte Verhandlungsführer Marvin Reschinsky. «Die Beschäftigten haben künftig im Durchschnitt gut 220 Euro monatlich mehr in der Tasche.»

Der Tarifabschluss sieht zudem drei zusätzliche freie Tage für Verdi-Mitglieder während der Laufzeit vor, eine finanzielle Aufwertung für technische Berufe und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro. Die Gewerkschaft konnte zudem einen achtjährigen Schutz des Lufthansa-Personals aus der Passagier- und Flugzeugabfertigung vor einer Ausgliederung in Firmen erreichen, die niedrigere Gehälter zahlen. 

Streiks am Boden abgewendet - aber nicht in der Luft

Verdi war mit einer Forderung nach 6,0 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten in die Verhandlungen gegangen. Mindestens sollte es 250 Euro im Monat mehr geben. Dem neuen Tarifvertrag müssen die Gewerkschaftsmitglieder noch in einer Befragung zustimmen. 

Die von Verdi vertretenen Berufsgruppen etwa in der Technik, am Check-in oder in der Kundenbetreuung sind wie das fliegende Personal im Konfliktfall in der Lage, den Flugbetrieb lahmzulegen. Verdi hatte bereits die Streikbereitschaft abgefragt und hohe Zustimmung gefunden. 2024 brachte erst eine Schlichtung die Lösung. 

Urabstimmung bei Flugbegleitern 

Streiks im Lufthansa-Konzern sind mit der Einigung für das Bodenpersonal aber nicht vom Tisch. So ist der Streit mit den Piloten um die Betriebsrenten noch nicht beigelegt. Erst vor wenigen Wochen waren wegen eines Ausstands der Piloten Hunderte Flüge ausgefallen, die Reisepläne Zehntausender Passagiere wurden durchkreuzt. 

Konkrete Streikdrohungen gab es nach zwei Streikwellen zuletzt nicht mehr. Jüngst kam mit einem Gesprächsangebot der Lufthansa an die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) Bewegung in den Tarifkonflikt.

Allerdings hat die Gewerkschaft Ufo die Kabinenbeschäftigten bei der Kerngesellschaft Lufthansa und Regionaltochter Cityline zu einer Urabstimmung über Streiks aufgerufen. Die Frist läuft an diesem Freitag aus.

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