Steuersystem, Linke

Steuersystem: Die Linke plant 75-Prozent-Steuer ab einer Million Euro

24.06.2026 - 10:33:26 | boerse-global.de

Die Linke will den Grundfreibetrag auf 16.800 Euro anheben und den Spitzensteuersatz auf 53 Prozent erhöhen.

Linke präsentiert Steuerkonzept: Entlastung für 95 Prozent
Steuersystem - Eine grafische Darstellung eines Steuersystems, das progressive Besteuerung und Umverteilung symbolisiert, mit unterschiedlichen Ebenen und Farben. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am heutigen Mittwoch stellte die Bundestagsfraktion einen Plan vor, der das deutsche Steuersystem grundlegend umkrempeln soll.

Rund 95 Prozent der Steuerpflichtigen würden danach entlastet. Im Gegenzug sollen hohe Einkommen und große Vermögen deutlich stärker zur Kasse gebeten werden.

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Grundfreibetrag steigt auf 16.800 Euro

Ein Kernpunkt: Die Linke will den steuerlichen Grundfreibetrag von derzeit rund 12.348 Euro auf 16.800 Euro anheben. Die erste Progressionszone im Steuertarif soll komplett entfallen.

Das Ziel ist klar: Gering- und Mittelverdiener sollen spürbar weniger zahlen. Laut Parteiberechnungen würden Arbeitnehmer mit einem Bruttomonatsgehalt von bis zu 7.000 Euro entlastet.

Ein Beispiel: Ein Single mit 2.000 Euro brutto im Monat müsste künftig gar keine Einkommensteuer mehr zahlen. Derzeit sind das rund 800 Euro pro Jahr.

Spitzensteuersatz steigt auf 53 Prozent

Die Gegenfinanzierung kommt von oben. Die Linke will den Spitzensteuersatz auf 53 Prozent anheben – und zwar schon ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 85.000 Euro. Zum Vergleich: Aktuell liegt der Satz bei 42 Prozent, fällig ab rund 70.000 Euro.

Ab einer Million Euro Jahreseinkommen soll eine „Millionärsteuer“ von 75 Prozent greifen. Weitere Maßnahmen:

  • Wiedereinführung der Vermögensteuer
  • Abschaffung der Abgeltungsteuer (Kapitaleinkommen würden dann wie Arbeitseinkommen besteuert)
  • Dauerhafte Übergewinnsteuer von 90 Prozent für Konzerne mit Gewinnen weit über dem Zehnjahresschnitt

Die Partei begründete die Übergewinnsteuer bereits am Montag mit den stark gestiegenen Lebensmittelpreisen der letzten vier Jahre und den gleichzeitig massiv gewachsenen Vermögen von Einzelhandelsunternehmern.

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Klare Absage an Kapitalrente

Neben der Steuerpolitik bezog Die Linke auch in anderen Bereichen Position. Fraktionschefin Heidi Reichinnek lehnte gestern die Einführung einer Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rentenversicherung strikt ab. Ihre Wortwahl war deutlich: „Zwangsspekulation mit den Beiträgen der Versicherten.“

Stattdessen will die Partei das bestehende Umlagesystem stärken. Die Beitragsbemessungsgrenzen sollen steigen, alle Erwerbstätigen – inklusive Beamter und Selbstständiger – in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Vorbild ist das österreichische System.

Auf einem Parteitag in Potsdam bekräftigte die Führung zudem den Anspruch, Schlüsselindustrien unter staatliche Steuerung zu stellen und kommunale Betriebe zu rekommunalisieren. Reichinnek kritisierte außerdem die Reformpläne der Bundesregierung bei der Krankenversicherung und Arbeitszeitflexibilisierung – mit besonderem Nachdruck auf der Beibehaltung des Acht-Stunden-Tages.

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