Steuerreform, Linke

Steuerreform Die Linke: 2.000 Euro monatlich steuerfrei

24.06.2026 - 09:12:58 | boerse-global.de

Die Linke präsentiert ein Steuerkonzept mit höherem Grundfreibetrag und neuen Spitzensteuersätzen. Die Finanzierung erfolgt durch Mehrbelastungen für Wohlhabende und Unternehmen.

Linke Steuerreform: Entlastung für Geringverdiener, höhere Abgaben für Reiche
Steuerreform - Eine Waage, die auf der einen Seite durch große Münzstapel mit der Aufschrift „hohes Einkommen/Vermögen“ beschwert und auf der anderen Seite durch kleinere Münzstapel mit der Aufschrift „niedriges/mittleres Einkommen“ angehoben wird. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein neues Grundsatzpapier sieht massive Entlastungen für Gering- und Mittelverdiener vor – finanziert durch höhere Abgaben für Reiche und Konzerne.

Steuerfrei bis 2.000 Euro im Monat

Kernstück des Konzepts: Der steuerliche Grundfreibetrag soll von knapp 12.350 Euro auf 16.800 Euro steigen. Gleichzeitig will die Partei die erste Progressionszone streichen. Die Rechnung: Alleinstehende mit bis zu 2.000 Euro Bruttogehalt im Monat würden komplett von der Einkommensteuer befreit. Bisher zahlen sie rund 800 Euro pro Jahr.

Anzeige

Während die Politik über neue Entlastungen debattiert, rücken bestehende Kapitalerträge immer stärker in den Fokus des Fiskus. Dieser kostenlose Sonderreport zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Depot vor automatischen Abzügen schützen und Ihre Rendite legal optimieren. So behalten Anleger mehr von ihrer Rendite – zum Gratis-Report

Nach Angaben des Parteivorstands würden rund 95 Prozent der Steuerzahler profitieren. Die Entlastungsgrenze liegt bei 7.000 Euro monatlichem Bruttoeinkommen. Maximal spart ein Steuerzahler 820 Euro im Jahr.

53 Prozent Spitzensteuersatz – 75 Prozent für Millionäre

Gegenfinanziert werden soll das Ganze oben auf der Einkommensskala. Ab 85.000 Euro Jahreseinkommen greift ein Spitzensteuersatz von 53 Prozent. Für Einkommensanteile über einer Million Euro fordert die Linke 75 Prozent – eine „Millionärsteuer".

Zusätzlich will die Partei die Vermögensteuer reaktivieren und die pauschale Abgeltungsteuer abschaffen. Kapitaleinkünfte sollen wieder normal versteuert werden. Auch in der SPD wird diese Idee diskutiert. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas bestätigte das am Montag, verwies aber auf fehlenden Konsens mit der Union.

Anzeige

Die politische Debatte um Vermögensteuer und schärfere Kontrollen verunsichert viele Sparer, die eine zunehmende staatliche Überwachung fürchten. Erfahren Sie in diesem Experten-Leitfaden, welche Pläne hinter dem EU-Vermögensregister stecken und wie Sie Ihr Erspartes rechtzeitig absichern. 5 Schritte zum Schutz Ihres Vermögens jetzt kostenlos anfordern

Übergewinnsteuer und Absage an die Aktienrente

Bereits Anfang der Woche hatte die Linke nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts eine dauerhafte Übergewinnsteuer gefordert. Der Satz: 90 Prozent für außerordentliche Gewinne, die deutlich über dem Zehnjahresdurchschnitt liegen. Betroffen wären vor allem Energie- und Lebensmittelkonzerne.

Parallel dazu erteilt die Partei den Rentenplänen der Bundesregierung eine klare Absage. Die rentenpolitische Sprecherin Sarah Vollath und Fraktionschefin Heidi Reichinnek lehnten am Dienstag die Einführung einer Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rente ab. Reichinnek nannte die Finanzierung über Fondsanlagen riskant. Stattdessen fordert die Linke: alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung – nach österreichischem Vorbild. Dazu soll die Beitragsbemessungsgrenze steigen.

Wahlkampf in Sachsen-Anhalt – Konkurrenz aus Berlin

Die Steuerpläne kommen pünktlich zum Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt. Am 6. September wird dort gewählt. Spitzenkandidatin Eva von Angern und Gregor Gysi betonten am Montag die Notwendigkeit sozialer Gerechtigkeit bei steigenden Preisen. Aktuell liegt die Linke in Umfragen bei rund 12 Prozent.

Die Pläne stehen im Kontrast zu den Vorhaben der Bundesregierung. Kanzler Friedrich Merz plant eine eigene Steuerreform mit 30 Milliarden Euro Entlastungsvolumen. Vorgesehen sind unter anderem ein Grundfreibetrag von 14.800 Euro und die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Das Reformpaket soll am 1. Juli im Koalitionsausschuss beraten werden.

de | wirtschaft | 69616455 |