Steuerreform, Grundfreibetrag

Steuerreform 2026: Grundfreibetrag steigt auf 12.900 Euro

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 02:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Aktualisierte Steuerrechner zeigen die finanziellen Folgen der Reform 2026 für Selbstständige und Familien.

Steuerreform 2026: Neue Rechner und höhere Belastung für Spitzenverdiener
Eine Hand tippt auf einem Tablet, das eine holografische Projektion mit Finanzdaten und Steuerberechnungen anzeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktualisierte Kalkulationstools helfen Selbstständigen, ihre Belastung zu berechnen.

Anbieter von Finanzdienstleistungen haben Mitte Juli aktualisierte Steuerrechner für das laufende Jahr bereitgestellt. Die Tools simulieren Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag sowie Kranken- und Pflegeversicherung auf Basis der aktuellen Sätze.

Beispielrechnung zeigt Belastung

Eine Berechnung des Anbieters Integral vom 17. Juli verdeutlicht die Lage: Bei einem zu versteuernden Einkommen von 67.000 Euro fallen 16.420 Euro Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag an. Hinzu kommen 11.230 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung. Bleiben netto 39.350 Euro.

Experten raten: Ab einem Gewinn von 60.000 bis 65.000 Euro kann der Wechsel zu einer GmbH wirtschaftlich sein. Die Steuerlast liegt dort bei rund 30 Prozent.

Weitere Rechner berücksichtigen spezifische Pauschalen. Die Homeoffice-Pauschale beträgt 6 Euro pro Tag (maximal 1.260 Euro jährlich). Verpflegungsmehraufwände liegen bei 14 beziehungsweise 28 Euro. Der Gewerbesteuer-Freibetrag bleibt bei 24.500 Euro.

Steuerreform: Entlastung für Familien, Mehrbelastung für Spitzenverdiener

Die Reform hebt wesentliche Freibeträge an. Der Grundfreibetrag steigt auf 12.900 Euro, der Kinderfreibetrag auf 5.123 Euro. Das Kindergeld soll bis 2028 auf monatlich 272 Euro klettern. Auch der Arbeitnehmerpauschbetrag erhöht sich auf 1.430 Euro.

Für hohe Einkommen wird es teurer. Die Reichensteuer greift künftig mit 45 Prozent ab 250.000 Euro und steigt auf 47 Prozent ab 280.000 Euro.

Anzeige

Angesichts steigender Steuersätze für hohe Einkommen und komplexer Freibeträge wird eine effiziente Steuerverwaltung für Selbstständige immer wichtiger. Dieser kostenlose Ratgeber hilft Ihnen, das Finanzportal MeinElster optimal zu nutzen und Zeit bei der Bearbeitung zu sparen. Alle hilfreichen Funktionen im MeinElster E-Book entdecken

Modellrechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen: Eltern mit mittleren Einkommen profitieren. Kinderlose Spitzenverdiener zahlen drauf.

Zinsen verdoppeln sich, Fristen werden strenger

Ab Januar 2027 verdoppeln sich die Steuernachzahlungszinsen von 1,8 auf 3,6 Prozent pro Jahr. Der Bund erwartet bis 2031 Mehreinnahmen von über 600 Millionen Euro.

Ein neuer Aktionsplan gegen Steuerkriminalität sieht harte Maßnahmen vor. Die strafbefreiende Selbstanzeige soll wegfallen. Schwere Steuerhinterziehung soll mit mindestens einem Jahr Haft bestraft werden. Die Aufbewahrungsfrist für Buchungsbelege verlängert sich auf 15 Jahre.

Anzeige

Strengere Fristen und härtere Kontrollen erhöhen den Druck auf die Buchführung von Unternehmern und Gewerbetreibenden. Erfahren Sie in diesem kostenlosen 35-seitigen Report, wie Sie sich optimal auf eine Betriebsprüfung vorbereiten und die Kontrolle behalten. Kostenlosen Betriebsprüfung-Leitfaden mit Checklisten sichern

Digitalisierung: Fortschritt mit Haken

Die neue „MeinELSTER+“-App verspricht eine vorausgefüllte Steuererklärung. Fachleute sind skeptisch. Eine Steuerberaterin betonte am 16. Juli: Die Lösung taugt nur für einfache Fälle ohne zusätzliche Einkünfte oder komplexe Werbungskosten. Bei Schwerbehinderungen oder haushaltsnahen Dienstleistungen bleibt Handarbeit nötig.

Wirtschaftsverbände kritisieren den Entwurf des Jahressteuergesetzes 2026. Sie bemängeln die streitanfällige Kaufpreisaufteilung bei Immobilien und die geplante KI-Nutzung durch Finanzbehörden. Diese könnte das Steuergeheimnis lockern.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks fordert eine Verschiebung der E-Rechnungspflicht für Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz auf 2028. Viele Betriebe haben technische Schwierigkeiten.

Wichtig für alle Steuerzahler: Die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung 2025 endet am 31. Juli 2026. Wer einen Steuerberater beauftragt, hat bis zum 1. März 2027 Zeit.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69790786 |