Steuerpaket, Milliarden

Steuerpaket: Zehn Milliarden Euro Entlastung für Gering- und Mittelverdiener ab Januar 2027

03.07.2026 - 04:13:54 | boerse-global.de

Die Koalition beschließt ein milliardenschweres Steuerpaket mit höheren Freibeträgen und Kindergeld, finanziert durch eine Reichensteuer. Die Länder fordern nun verbindliche Ausgleichszahlungen.

Schwarz-Rote Koalition: Steuerpaket mit Milliardenentlastung beschlossen
Steuerpaket - Eine Hand hält eine Lupe über ein komplexes Finanzdokument mit verschwommenem Text und Zahlen, das Steuerausfälle symbolisiert. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Koalition will Bürger entlasten – doch die Länder fordern einen Ausgleich.

Entlastungen für Gering- und Mittelverdiener

Das am Donnerstag vorgestellte Konzept sieht ein jährliches Entlastungsvolumen von zehn Milliarden Euro vor. Profitieren sollen vor allem Bezieher geringer und mittlerer Einkommen. Die Reform tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.

Zentraler Bestandteil: Der steuerliche Grundfreibetrag steigt schrittweise auf 12.900 Euro bis 2028. Parallel dazu erhöht sich das Kindergeld auf 272 Euro im selben Zeitraum. Familien mit Kindern sollen so bis zu 600 Euro pro Jahr mehr haben.

Auch der Spitzensteuersatz verschiebt sich. Er greift künftig ab einem zu versteuernden Einkommen von 70.600 Euro.

Gegenfinanzierung trifft Gutverdiener

Die Milliarden-Entlastung muss gegenfinanziert werden. Dazu plant die Koalition eine Reichensteuer: 45 Prozent ab 250.000 Euro Jahreseinkommen, 47 Prozent ab 280.000 Euro.

Gleichzeitig kürzt die Regierung Steuervergünstigungen. Der Handwerkerbonus sinkt auf 15 Prozent. Bei Minijobs steigt die Pauschalsteuer auf fünf Prozent.

Länder fordern verlässliche Kompensation

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein meldete Bedenken an. Die Länder könnten keine weiteren Einnahmeverluste verkraften, sagte er am Donnerstag. Rhein fordert eine verbindliche Zusage des Bundes, die Ausfälle für Länder und Kommunen vollständig auszugleichen.

Anzeige

Während die Politik über neue Steuersätze und Entlastungspakete debattiert, rücken andere fiskalische Eingriffe oft in den Hintergrund. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Kapitalerträge und Ihr Depot vor dem automatischen Zugriff des Staates schützen können. Steuerstrategien für Anleger jetzt kostenlos sichern

Der Bund hat Kompensation signalisiert. Rhein betonte, Hessen sei bereit, seinen Beitrag zu leisten – aber nur bei finanzieller Absicherung. Weil die Reform die Länderhaushalte betrifft, ist eine Zustimmung des Bundesrates nötig.

Krankschreibung: Rückschritt für Ärzte

Neben den Steueränderungen beschloss der Koalitionsausschuss weitere Maßnahmen. Die telefonische Krankschreibung wird wieder abgeschafft. Künftig muss eine ärztliche Bescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag vorliegen. Kinderärzte kritisierten den Schritt als organisatorischen Rückschritt.

Bis Ende 2026 will die Koalition zudem die Empfehlungen der Rentenkommission umsetzen.

Anzeige

Angesichts steigender Steuerbelastungen und neuer Gesetzesinitiativen suchen viele Bürger nach Wegen, ihr Vermögen rechtssicher zu bewahren. Steuer-Profi Cornelius Tschirdewahn enthüllt in diesem Leitfaden, wie Sie typische Steuerfallen im Depot umgehen und Ihre Rendite effektiv absichern. Gratis-Sonderreport: Steuerfallen im Depot vermeiden

Kritik von Opposition und Wirtschaft

Während Regierungsvertreter das Paket als wichtigen Entlastungsschritt feiern, kommt von anderer Seite Gegenwind. Die Oppositionsparteien Grüne und FDP bemängeln die Ausgestaltung der Gegenfinanzierung. Auch der Bund der Steuerzahler und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) äußerten Kritik – sie fürchten negative Auswirkungen auf die Wirtschaft.

de | wirtschaft | 69677990 |