Steuererklärung, Geld

Steuererklärung: 87 Prozent bekommen Geld zurück – im Schnitt 1.240 Euro

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Steuererklärungsfrist endete am 31. Juli. Verspätungszuschläge drohen, doch 87 Prozent der Einreichungen erhalten im Schnitt über 1.240 Euro zurück.

Steuerfrist 2025 abgelaufen: Das droht Säumigen und was sich lohnt
Ein Schreibtisch mit Taschenrechner, Füller und Steuerunterlagen vor einem unscharfen Büro-Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am 31. Juli endete die Frist zur Abgabe der Steuererklärung 2025. Wer zu spät dran ist, muss mit Verspätungszuschlägen rechnen. Für die meisten lohnt sich der Aufwand trotzdem.

Zuschläge und Ausnahmen

Die Finanzämter können nun für jeden angefangenen Monat der Verspätung mindestens 25 Euro kassieren. Doch es gibt Spielraum: Bei längeren Krankenhausaufenthalten oder berufsbedingten Umzügen gewähren die Behörden oft eine Fristverlängerung bis Ende Februar 2027 – ohne sofortige Sanktionen.

Trotz des Aufwands: Die Steuererklärung zahlt sich für die große Mehrheit aus. Rund 87 Prozent der jährlich etwa 15 Millionen eingereichten Erklärungen führen zu einer Rückzahlung. Im Schnitt erstattete der Staat zuletzt über 1.240 Euro pro Fall.

Schärfere Gangart gegen Steuerbetrug

Mitte Juli präsentierten Finanz- und Justizministerium einen Aktionsplan mit 26 Maßnahmen. Kernstück: ein Gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und Finanzkriminalität beim Zoll. Bei bandenmäßiger Steuerhinterziehung soll die Höchststrafe von zehn auf 15 Jahre steigen. Auch die Selbstanzeige soll nicht mehr automatisch vor Strafe schützen.

Der jährliche Schaden durch Steuerkriminalität wird auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt. Deshalb sind zusätzlich eine Krypto-Besteuerung und eine Registrierkassenpflicht ab Januar 2028 für Unternehmen mit mehr als 100.000 Euro Umsatz geplant.

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Schnelle Ämter im Saarland, lange Wartezeit in Bremen

Die Bearbeitungszeiten klaffen regional weit auseinander. Das Saarland braucht im Schnitt 51,4 Tage und hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Bremen bildet mit 56 Tagen das Schlusslicht.

Digitale Hilfe und neue Meldepflichten

Mit „MeinELSTER+“ gibt es seit dem Frühjahr eine vorausgefüllte Steuererklärung. Das Angebot richtet sich an ledige Arbeitnehmer ohne Kinder sowie Rentner – ein Benutzerkonto vorausgesetzt.

Seit Anfang 2023 gilt zudem das Plattformen-Steuertransparenzgesetz: Anbieter wie Airbnb melden Einnahmen ihrer Nutzer automatisch an die Finanzbehörden. Bei gelegentlichen Vermietungen liegt die Freigrenze bei 520 Euro pro Jahr. Verstöße können Steuerstrafverfahren mit Verjährungsfristen von bis zu elf Jahren nach sich ziehen.

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Freistellungsauftrag nicht vergessen

Ohne Freistellungsauftrag führen Banken automatisch 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag ab. Der Sparerpauschbetrag liegt seit 2023 bei 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für Verheiratete. Zu viel gezahlte Beträge lassen sich über die Anlage KAP bis zu vier Jahre rückwirkend zurückholen.

Vorsicht vor Phishing-Mails

Die Verbraucherzentrale warnt aktuell vor betrügerischen Nachrichten im Namen des Elster-Portals. Die Mails fordern unter dem Vorwand einer Datensynchronisierung zur Eile auf – angeblich bis zum 4. August. Steuerzahler sollten keine Anhänge öffnen und ausschließlich die offizielle Website der Finanzverwaltung nutzen.

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