Startup-Verband, Manager

Startup-Verband: 100 Manager fordern Wirtschaftsreformen bis 1. Juli

17.06.2026 - 19:43:06 | boerse-global.de

Startup-Verband appelliert mit Zehn-Punkte-Plan an Koalitionsausschuss. 78 Prozent der Firmen erwarten keine Reformen.

Prominente Gründer fordern von Merz wirtschaftliche Wende
Startup-Verband - Eine Gruppe von Gründern und Managern diskutiert in einem modernen Büro Reformvorschläge, mit Fokus auf Zusammenarbeit und Innovation. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehr als 100 prominente Gründer und Manager fordern von Kanzler Friedrich Merz eine wirtschaftspolitische Neuausrichtung. Unter dem Titel „Für eine neue Gründerzeit, jetzt“ veröffentlichte der Startup-Verband einen dringenden Appell. Er richtet sich insbesondere an die Sitzung des Koalitionsausschusses am 1. Juli.

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„Weckruf“ angesichts des Jobsterbens

Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands, bezeichnet die wirtschaftliche Lage als kritisch. Im vergangenen Jahr seien monatlich rund 10.000 Industriearbeitsplätze weggefallen. „Das ist ein Weckruf und eine Verpflichtung zu echten Reformen“, so Pausder.

Während die traditionelle Industrie unter Druck steht, bietet die Startup-Branche Hoffnung: Sie beschäftigt bereits rund 500.000 Menschen. Damit hat sie erhebliches Potenzial für die künftige Wettbewerbsfähigkeit.

Prominente Unterstützung aus Wirtschaft und Politik

Die Liste der Unterzeichner liest sich wie das Who-is-Who der deutschen Wirtschaft. Zalando-Co-Chef David Schröder ist ebenso dabei wie Flix-Gründer André Schwämmlein und die Führungsspitze von home24.

Auch erfahrene Manager und ehemalige Politiker unterstützen den Vorstoß. Dazu gehören Ex-Telekom-Chef René Obermann, der frühere Thyssenkrupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme, Thomas Book von der Deutschen Börse sowie Ex-Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries.

Zehn-Punkte-Plan für den Standort

Die Unterzeichner legen einen konkreten Zehn-Punkte-Plan vor. Zentrale Forderung: Firmengründungen müssen innerhalb von 24 Stunden rechtssicher möglich sein. Zudem schlagen sie eine einheitliche europäische Gesellschaftsform namens „EU Inc.“ vor.

Weitere Kernforderungen:
- Flexiblerer Kündigungsschutz für Spitzenverdiener, um internationale Talente anzulocken
- Besserer Zugang zu Venture Capital für die Altersvorsorge
- Massive Investitionen in KI-Infrastruktur und Rechenkapazitäten

Die Dringlichkeit untermauern die Initiatoren mit einem aktuellen Beispiel: Die US-Regierung sperrte kürzlich moderne KI-Software des Anbieters Anthropic für ausländische Nutzer. Das zeige die Notwendigkeit eigener technologischer Kapazitäten in Europa.

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Große Skepsis gegenüber der Regierung

Die Bundesregierung hat zwar ein Reformpaket noch vor der Sommerpause angekündigt. Doch die Erwartungen in der Wirtschaft sind gedämpft. Eine aktuelle Civey-Umfrage zeigt: 78,4 Prozent der befragten Unternehmen trauen der schwarz-roten Koalition keine spürbaren Veränderungen zu.

Der Startup-Verband warnt deshalb: Die Gespräche im Koalitionsausschuss am 1. Juli dürfen nicht bei bloßen Absichtserklärungen bleiben. Die geforderten Maßnahmen seien essenziell, um den Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb neu zu positionieren.

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