Stahl, Krise

Stahl: Auch in der Krise gefragt

Veröffentlicht: 28.11.2008 um 14:16 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Der Stahlpreis geriet in den vergangenen Monaten kräftig unter Druck und auch die Aktien der Stahlunternehmen verloren deutlich an Wert. Die Finanzkrise und die nun folgende Rezession haben weltweit zu Ausverkäufen an den Aktienmärkten geführt, ohne Rücksicht auf Branche und Wachstumsaussichten. Die tieferen Kurse bieten für Anleger aber auch Chancen: Die Regierungen Chinas und den USA haben Rettungspakete geschnürt, um die Konjunktur anzukurbeln. In China belaufen sich die geplanten Investitionen mittlerweile auf 2 Billionen USD, in den USA sind weitreichende Infrastrukturinvestitionen geplant. Und auch Deutschland, wichtigstes Abnehmerland Europas, soll im kommenden Jahr mit neuen Infrastrukturprojekten die Wirtschaft stützen. Die Wirtschaftsdynamik in China hat die Rohstoffe in den vergangenen Jahren immer mehr in die Höhe getrieben. Nickel, notwendig für die Herstellung von Edelstahl, kostete im Mai 2007 noch mehr als 50.000 USD pro Tonne, heute notiert der Nickelpreis etwas mehr als 10.000 USD pro Tonne. Und auch die Preise für Eisenerz, zuletzt markant gestiegen, werden wohl im nächsten Jahr wieder deutlich zurückgehen. Branchenkenner rechnen beim Eisenerzpreis mit einer Halbierung, mindestens aber einem Rückgang um 30 Prozent gegenüber den heutigen Notierungen. Hinzu kommt der gesunkene Preis für Kohle, die für die Herstellung von Stahl unerlässlich ist, aber auch der gesunkene Ölpreis, der die Transportkosten der Produzenten verringert. Die Krise geht allerdings nicht gänzlich an den Stahlproduzenten vorbei. So kämpfen einige der Unternehmen bereits mit einem Nachfragerückgang, vor allem die amerikanischen Unternehmen werden von der Absatzflaute bei den Automobilherstellern getroffen. Gerade die US-Produzenten dürften aber von den Investitionen in die heimische Infrastruktur profitieren. Seit vielen Jahren wurden Straßen, Brücken und auch das Stromnetz nicht erneuert. Der designierte US- Präsident Barack Obama hat angekündigt, ein großes Konjunkturpaket schnüren zu wollen - staatliche Investitionen fließen vor allem in Infrastrukturprojekte. Auch dürfte die Absatzflaute im Automarkt nicht allzu lange anhalten, da mit zurückkehrendem Wachstum auch die Nachfrage nach neuen, wenn auch kleineren Autos wieder anzieht. Experten gehen davon aus, dass das Wachstum in den USA im zweiten Halbjahr 2009 wieder anzieht. Aber auch in Russland, das dank enormer Einnahmen aus dem Ölgeschäft in den letzten Jahren besser finanziert ist, werden staatliche Infrastrukturprojekte propagiert. Denn die russische Infrastruktur ist marode und es bedarf an Investitionen. Allein die geplanten Gaspipelines nach China oder nach Deutschland könnten die Nachfrage nach Stahl wieder ankurbeln. Experten sind denn auch optimistisch, dass die Einbrüche der Aktien durch Verkaufspanik ausgelöst wurden - die Bewertungen sind denn auch stark gesunken. Die Stahl-Branche geht davon aus, dass die Nachfrage auch im nächsten Jahr um drei bis fünf Prozent steigen werde. Deshalb hat Vontobel ein Open End-Zertifikat auf den Vontobel Global Steel TR Index aufgelegt (WKN VFP0X0/ISIN DE000VFP0X00). Anleger können mit dem Produkt an einer Erholung der Stahlwerte partizipieren. Das Zertifikat wurde am 21.11.08 fixiert und setzt damit am niedrigen Bewertungsniveau der Stahlaktien an. Im Index enthalten sind Branchengrößten u.a. wie Arcelor Mittal, die russische Severstal die südkoreanische POSCO sowie Hyundai Steel Corp.

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