Spark Workflow: KI soll Genehmigungsverfahren halbieren
17.06.2026 - 19:03:07 | boerse-global.de
Das Bundesdigitalministerium hat Mitte Juni die Bereitstellung der KI-Software „Spark Workflow“ bekannt gegeben. Das System ist Teil des sogenannten Deutschland-Stacks. Es soll die Genehmigungszeiten für große Infrastrukturvorhaben deutlich reduzieren. Nach Einschätzung des Ministeriums könnten sich die Verfahrensdauern halbieren.
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KI übernimmt Routineaufgaben
Die Software übernimmt innerhalb der Behörden automatisierte Aufgaben. Sie filtert Informationen aus Anträgen und prüft Dokumente auf Vollständigkeit und Konformität. Digitalminister Karsten Wildberger betonte, dass die Technologie die Mitarbeiter bei der Vorbereitung von Beschlüssen unterstütze. Die fachliche Entscheidungsgewalt bleibe aber bei den zuständigen Beamten.
Parallel treiben einzelne Bundesländer die Digitalisierung spezifischer Dienstleistungen voran. Mecklenburg-Vorpommern plant, bis März 2027 fünf zentrale Verwaltungsleistungen flächendeckend digital anzubieten. Dazu gehören die polizeiliche Ummeldung, Baugenehmigungen sowie Anträge auf Wohngeld, Unterhaltsvorschuss und Grundsicherung. Finanzminister Heiko Geue und Staatssekretär Philipp Amthor unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung. Der Bund stellt dafür rund 300.000 Euro zur Verfügung. Aktuell sind in dem Bundesland bereits zwischen 50 und 80 Prozent der Kommunen in diesen Bereichen digital aufgestellt.
Österreich schafft Papierunterlagen ab
Die österreichische Bundesregierung hat am heutigen Mittwoch den Startschuss für eine umfassende Modernisierung des Verwaltungsverfahrensgesetzes gegeben. Kern der Novelle ist die Abschaffung der Notwendigkeit von Papierunterlagen bei Behördengängen. Zukünftig sollen automatisierte Verfahren und Chatbots verstärkt zum Einsatz kommen.
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Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist das „Project X“. Es sieht den Ausbau der Datendrehscheibe „dadeX“ zur zentralen Dateninfrastruktur vor. Für die Jahre 2027 und 2028 ist ein Budget von 15 Millionen Euro vorgesehen. Ziel ist die konsequente Umsetzung des „Once-Only-Prinzips“: Bürger müssen Daten nur noch einmalig an den Staat übermitteln. Bis Ende 2029 sollen alle relevanten Register für die Behörden zugänglich sein. Allein der Wegfall der Anmeldebescheinigung für EWR-Bürger soll jährlich rund 70.000 Verfahren einsparen.
Kommunale Initiativen zeigen Fortschritte
Auch auf kommunaler Ebene gibt es Erfolge. Die Ausländerbehörde des Landkreises Marburg-Biedenkopf hat im Rahmen des Projekts „GENIUS“ zusammen mit der Universität Hildesheim ein mehrsprachiges Online-Portal realisiert. Nahezu alle Antragsarten können dort digital abgewickelt werden. In Berlin fordert die Grünen-Fraktion die Übernahme der in Mönchengladbach entwickelten Anwendung „Passierschein A38“. Sie soll Bürgern den Umgang mit der Online-Ausweisfunktion spielerisch näherbringen.
Die hohen Kosten im analogen Bereich verdeutlichen die Notwendigkeit der Umstellung. Die Rentenversicherung verschickte 2025 rund 30 Millionen Renteninformationen per Post. Druck- und Versandkosten: etwa 18 Millionen Euro. Bisher nutzt nur eine Minderheit von rund 380.000 Versicherten das digitale Kundenportal. Eine erste weitreichende Umstellung auf Bundesebene ist für 2027 geplant: Ab dann soll der Steuerbescheid in Deutschland standardmäßig digital zugestellt werden.
