Sonderzahlung, Mercedes-Beschäftigte

Sonderzahlung verschoben: 90.000 Mercedes-Beschäftigte protestieren

01.07.2026 - 17:04:58 | boerse-global.de

Die Gewerkschaft kritisiert die Verschiebung von Sonderzahlungen und die Forderung nach Mehrarbeit ohne Lohnausgleich bei Mercedes-Benz.

IG Metall ruft zu Protesten bei Mercedes-Benz auf
Sonderzahlung - Hände von Fabrikarbeitern halten Protestschilder und sind in Solidarität verschränkt, im Hintergrund eine verschwommene Produktionslinie. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juli zu bundesweiten Protestaktionen bei Mercedes-Benz auf. Im Zentrum der Kritik stehen Pläne des Vorstands, Sonderzahlungen zu verschieben und mehr Arbeit ohne Lohnausgleich zu verlangen. Für den 3. Juli sind an zahlreichen Standorten Kundgebungen geplant.

Kundgebungen von Sindelfingen bis Hamburg

Die Proteste sollen an vielen deutschen Standorten stattfinden. Kundgebungen wurden für Sindelfingen, Untertürkheim, Rastatt und Kuppenheim angekündigt. Auch in Bremen, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Ludwigsfelde und Germersheim sind Aktionen geplant. Zusätzlich zu den physischen Versammlungen gibt es eine digitale Kundgebung.

Die Arbeitnehmervertreter kritisieren besonders die von CEO Ola Källenius und Personalchefin Britta Seeger forcierte „Produktivitätsoffensive für Deutschland“. Betriebsratsvorsitzende wie Ergun Lümali und Michael Häberle bemängeln eine einseitige Verteilung der Lasten zulasten der Belegschaft. Die Gewerkschaft fordert den Erhalt der 35-Stunden-Woche, den Schutz von Sozialstandards und die Sicherung von Arbeitsplätzen.

Anzeige

In angespannten Situationen zwischen Management und Belegschaft ist die Kenntnis der eigenen Mitbestimmungsrechte entscheidend. Dieser kostenlose Ratgeber erklärt verständlich, wie Sie den mächtigen § 87 BetrVG nutzen, um bei Arbeitszeit und Lohngestaltung wirksam mitzuentscheiden. Mitbestimmungsrechte jetzt kostenlos nachlesen

Sonderzahlung verschoben – Unmut wächst

Ein wesentlicher Auslöser für den Konflikt ist die Verschiebung des sogenannten Transformationsbausteins. Dabei handelt es sich um eine tarifliche Sonderzahlung in Höhe von 18,4 Prozent des Monatsentgelts. Ursprünglich für Juli vorgesehen, soll sie für rund 90.000 der insgesamt 108.000 Beschäftigten in Deutschland erst 2027 ausgezahlt werden.

Zusätzlich fordert die Unternehmensleitung nach Angaben der Gewerkschaft mehr Arbeit für das gleiche Entgelt. Die IG Metall bezeichnet das Vorgehen als falsches Signal und einfallslos. Die Belegschaft könne nicht allein die Konsequenzen aus strategischen Fehlentscheidungen oder Marktschwankungen tragen.

Anzeige

Wenn wirtschaftlicher Druck zu Sparmaßnahmen und betriebsbedingten Kündigungen führt, müssen Arbeitnehmervertreter gut vorbereitet in die Verhandlungen gehen. Erfahren Sie in diesem Gratis-E-Book, wie Sie Mitbestimmungsrechte beim Interessenausgleich optimal einsetzen und faire Sozialpläne für die Belegschaft sichern. Kostenlosen Ratgeber für Sozialpläne herunterladen

Wirtschaftlicher Hintergrund der Sparmaßnahmen

Der Sparkurs folgt auf rückläufige Geschäftszahlen. Mercedes-Benz verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Rückgang des Konzernergebnisses um 17,2 Prozent. Bereits 2025 war der Gewinn deutlich eingebrochen – von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro.

Seit 2025 verfolgt das Unternehmen das Sparprogramm „Next Level Performance“. Ziel ist eine nachhaltige Steigerung der Effizienz. Die neuen Maßnahmen der Produktivitätsoffensive sollen dies weiter intensivieren. Die Gewerkschaft sieht durch diesen Kurs bewährte Sozialstandards gefährdet und besteht auf der Einhaltung tariflicher Zusagen.

de | wirtschaft | 69668464 |