Solarförderung, Ampel

Solarförderung: Ampel plant Komplettkürzung für 6 Millionen Anlagen

21.06.2026 - 20:17:22 | boerse-global.de

Die Regierung will die Einspeisevergütung für neue Solaranlagen streichen und das Heizungsgesetz entkernen. Branche und Opposition kündigen Widerstand an.

Ampel-Koalition plant Ende der Solarförderung und Heizungsgesetz-Entschärfung
Solarförderung - Geschäftsleute diskutieren Energiedaten vor einem Bildschirm, mit Solaranlagen auf einem Dach im Hintergrund. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein Arbeitsentwurf zur EEG-Novelle sieht vor, die Einspeisevergütung für neue Aufdachanlagen komplett zu kippen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) setzt damit auf eine Zäsur – und erntet heftigen Widerstand.

Solarförderung vor dem Aus – Kritik aus Bayern

Der Widerstand formiert sich schnell. Aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium kommt scharfe Kritik an den Plänen. Man warne dort vor einem deutlichen Einbruch beim Photovoltaik-Ausbau, sollte die Förderung abrupt enden. Stattdessen befürworten die Bayern ein schrittweises Vorgehen.

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Auch die Grünen laufen Sturm. Sie bezeichnen das Vorhaben als falsches Signal und fordern gezielte Unterstützung für Mieterstrom und städtische Projekte. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) verweist derweil auf die Erfolge der Branche. Rund sechs Millionen Anlagen seien installiert, zwischen 2020 und 2025 habe man fossile Importe im Wert von 20 Milliarden Euro eingespart. Der Jahresumsatz liegt bei 30 Milliarden Euro, 120.000 Menschen arbeiten in der Branche.

Heizungsgesetz wird entkernt

Neben der Solarförderung steht das Gebäudemodernisierungsgesetz auf der Kippe. Die Ministerin plant eine weitgehende Entkernung des ursprünglichen Heizungsgesetzes. Kernpunkt: Das Enddatum für Gas- und Ölheizungen im Jahr 2045 soll fallen. Die Neuregelung soll noch vor der Sommerpause durch Bundestag und Bundesrat gehen.

Befürworter sprechen von einer notwendigen Neuausrichtung. Kritiker aus den Reihen der Grünen fürchten dagegen ein Ausbremsen der Energiewende. Verschiedene Verbände und die Linkspartei prüfen bereits rechtliche Schritte. Parallel dazu wachsen die verfassungsrechtlichen Zweifel am bestehenden Gesetz – das zeigen Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages.

Netzengpässe kosten Milliarden

Die wirtschaftlichen Probleme der Energiewende zeigen sich in den Redispatch-Kosten. Seit 2019 haben sich die Aufwendungen fürs Netzengpassmanagement auf 14,4 Milliarden Euro summiert. Reiche kritisiert die jährlichen Kosten von rund drei Milliarden Euro – sie werden über die Netzentgelte auf die Verbraucher umgelegt.

Wie angespannt die Lage ist, zeigte sich Mitte Juni. Die Strompreise an der Börse schossen zeitweise auf über 500 Euro pro Megawattstunde. Grund: eine Hitzewelle trieb die Nachfrage durch Klimaanlagen in die Höhe, gleichzeitig lieferten die Solaranlagen abends kaum Strom. Experten machen zudem den schleppenden Netzausbau und fehlende Batteriespeicher verantwortlich.

Unternehmen setzen auf Eigenversorgung

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Trotz der regulatorischen Unsicherheit investieren Firmen massiv in grünen Strom. Amazon und Skyborn Renewables schlossen einen Liefervertrag über 600 Megawatt aus dem Offshore-Windpark Gennaker in der Ostsee ab. Es ist der größte Einzel-PPA in Deutschland. Der Baubeginn ist für diesen Sommer geplant, die Inbetriebnahme für Ende 2028.

Auch die Industrie zieht nach. Der Chemiepark-Betreiber Currenta sicherte sich über fünf Jahre jährlich 41 Gigawattstunden Windstrom für den Standort Leverkusen.

Die Finanzierung solcher Projekte wird zunehmend an Nachhaltigkeitskriterien geknüpft. Beim „Climate Business Lunch“ am 25. Juni thematisiert der Bankenverband Nordrhein-Westfalen genau das: Ökologische Standards beeinflussen die Bonitätsprüfung und werden zur Voraussetzung für Kapital.

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