Schulbrand, Kenia

Schulbrand in Kenia: 16 Tote, 9 Schülerinnen in Haft

04.06.2026 - 21:51:54 | boerse-global.de

Nach dem Brand mit 16 Toten in einer kenianischen Mädchenschule ordnet ein Gericht Untersuchungshaft für neun Verdächtige an.

Kenia: Neun Schülerinnen nach tödlichem Internatsbrand in U-Haft
Schulbrand - Ein verkohltes und beschädigtes Klassenzimmer in Kenia nach einem Brand, mit verstreuten Trümmern und verbrannten Möbeln. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Jugendlichen stehen im Verdacht, einen Brand in einem kenianischen Internat gelegt zu haben, bei dem 16 Mädchen ums Leben kamen.

Die Tat ereignete sich am frühen Morgen des 28. Mai in der Utumishi Girls Academy in Gilgil, Nakuru County. Mehr als 70 weitere Schülerinnen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Brandursache war zunächst unklar, doch die Ermittler gehen inzwischen von Brandstiftung aus.

Spuren am Tatort

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Gegen 4:30 Uhr war das Feuer ausgebrochen. Bei den Ermittlungen fanden die Behörden Paraffin und Streichhölzer am Tatort. Entscheidend war die Auswertung der Überwachungskameras: Die Aufnahmen zeigen, wie das Feuer an einer Matratze in der Nähe eines Notausgangs gelegt wurde.

Die Obduktion ergab, dass alle 16 Opfer an schweren Verbrennungen starben. Zwischen 74 und 79 Mädchen erlitten Verletzungen. Zudem soll eine Schulleiterin es versäumt haben, einen gekennzeichneten Notausgang zu öffnen. Die Schule wurde auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Motiv noch unklar

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine 30-tägige Untersuchungshaft beantragt, um DNA-Tests und weitere Beweise zu sichern. Richter Abdulqadir Ramathan setzte die Frist auf 21 Tage fest.

Die Ermittler vermuten, dass Unstimmigkeiten über den Prüfungsplan und Schulgebühren das Motiv gewesen sein könnten. Innenminister Kipchunkur Murkomen, der den Ort des Geschehens besuchte, wies darauf hin, dass viele Schülerinnen der Akademie Kinder von Polizisten sind. Berichten zufolge befinden sich sowohl unter den Verdächtigen als auch unter den Opfern Töchter hochrangiger Polizeibeamter.

Konsequenzen für das Schulsystem

Das Bildungsministerium ordnete eine landesweite zehntägige Inspektion aller Internate an. Geprüft werden Feuerlöscher, Belüftung und freie Notausgänge. Verstöße sollen rechtliche Konsequenzen haben.

Die Katastrophe hat eine Debatte über die Sicherheit von Internaten in Kenia neu entfacht. Gouverneurin Susan Kihika und mehrere Abgeordnete fordern eine Untersuchungskommission zu den immer wiederkehrenden Schulbränden. Sie schlagen sogar die Abschaffung des Internatssystems zugunsten von Tagesschulen vor.

Der Brand reiht sich ein in eine Serie tödlicher Schulbrände in Kenia: Erst im September 2024 starben 17 Menschen, im Jahr 2001 sogar 67. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun sowohl auf die unmittelbaren Ursachen des Feuers als auch auf grundlegende Versäumnisse bei der Aufsicht und Sicherheit im Bildungswesen.

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