SAP-Umbau: Neueinstellungen nur für KI-Rollen, Reisen pausieren
05.07.2026 - 02:18:37 | boerse-global.de
Interne Dienstreisen ohne direkten KI-Bezug pausieren. Mit den eingesparten Mitteln finanziert der Konzern Investitionen in Cloud-Rechenkapazitäten, Modell-Lizenzen und spezialisierte Fachkräfte. Das wurde Anfang Juli 2026 bekannt.
Umschichtung für die technologische Wende
Seit Juli 2026 konzentriert SAP Neueinstellungen primär auf Positionen mit KI-Schwerpunkt. Interne Reiseaktivitäten ohne KI-Bezug sind ausgesetzt. Finanzvorstand Dominik Asam betont, die Kostenbasis müsse kontrolliert werden, um Spielraum für strategische Investitionen zu schaffen.
Ein wesentlicher Teil der freiwerdenden Mittel fließt in die Infrastruktur: Cloud-Rechenkapazitäten und steigende Kosten für den Token-Verbrauch bei KI-Modellen. Zur Überwachung der Ausgaben hat SAP einen „Spend Council“ wiederbelebt. Das Unternehmen folgt damit einem Branchentrend – auch Amazon, Adobe und die Citigroup haben ihre Budgets zuletzt umgeschichtet.
Wandel in der Belegschaft
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Die strategische Neuausrichtung wirkt sich direkt auf die Personalstruktur aus. Vorstandsvorsitzender Christian Klein hat die KI-Entwicklung selbst übernommen. Er vertritt die Ansicht, dass sich das Berufsbild von Softwareentwicklern stark verändern wird. Manuelle Programmierung verliere an Bedeutung, die Steuerung von KI-Ergebnissen gewinne.
SAP setzt verstärkt auf Umschulungen statt Entlassungen. Nach rund 10.000 Stellenstreichungen im Jahr 2024 sind seit 2023 über 3.500 neue Positionen in strategischen Wachstumsfeldern entstanden. Der Betriebsrat hat weitreichende Mitbestimmungsrechte. Doch interne Erhebungen zeigen Herausforderungen: Nur 54 Prozent der Angestellten vertrauen dem Vorstand.
Marktreaktion und finanzielle Hürden
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Die Börse reagierte auf die massiven Investitionsbedarfe zuletzt skeptisch. Die SAP-Aktie notierte am 4. Juli 2026 bei 139,40 Euro – ein Minus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 30 Prozent verloren und liegt weit unter dem 52-Wochen-Hoch von 264,85 Euro. Analysten von JPMorgan äußerten sich besorgt über den zu erwartenden Margendruck.
Zusätzlich belastete das Scheitern einer geplanten Akquisition. SAP hatte Interesse an der Übernahme von Cognite gezeigt, verlor jedoch im Bieterstreit gegen Schneider Electric. Das Unternehmen erhielt den Zuschlag für 3,1 Milliarden US-Dollar. Branchenbeobachter weisen zudem darauf hin, dass die Cloud-Transformation langsamer voranschreitet als erwartet. Die Erlöse aus Vor-Ort-Lizenzen beliefen sich 2025 noch auf 10,5 Milliarden Euro.
Neue Erkenntnisse zur finanziellen Lage und zum Fortschritt der KI-Strategie werden mit dem nächsten Quartalsbericht erwartet. Er ist für den 23. Juli 2026 angekündigt.
