SAP-Sparkurs: Betriebsrat fordert Beschäftigungssicherung bis Ende 2026
04.07.2026 - 08:40:19 | boerse-global.de
Neueinstellungen und Dienstreisen werden stark eingeschränkt – das Geld fließt in künstliche Intelligenz.
Fokus auf KI-Rollen und Reisebeschränkungen
Künftig stellt SAP nur noch dort ein, wo es direkten Bezug zu KI-Technologien gibt. Interne Dienstreisen ohne KI-Bezug wurden gestrichen. Kundennahe Aktivitäten und spezifische KI-Projekte bleiben ausgenommen, wie ein Unternehmenssprecher am 2. Juli bestätigte.
Auch die Ausgaben für externe Lieferanten prüft SAP genau. Ziel ist die vollständige Ausrichtung auf künstliche Intelligenz – die Strategie von Vorstandschef Christian Klein. Er übernimmt zudem weitere Aufgaben in der Produktentwicklung von Muhammad Alam, um die KI-Entwicklung direkter zu steuern.
Betriebsrat fordert Beschäftigungssicherung
Die Belegschaft reagiert mit Forderungen auf den Sparkurs. Der Betriebsrat drängt auf eine Ausweitung der Beschäftigungssicherung bis Ende 2026. Zudem fordern die Arbeitnehmervertreter mehr Investitionen in Weiterbildungsprogramme.
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Aktuell beschäftigt SAP weltweit rund 110.600 Mitarbeiter, davon etwa 25.000 in Deutschland. Dem Sparkurs ging bereits ein Restrukturierungsprogramm voraus: Rund 10.000 Stellen wurden abgebaut, davon 3.500 in Deutschland.
Marktumfeld und finanzielle Herausforderungen
Die Ausgabendisziplin kommt nicht von ungefähr. Die SAP-Aktie verzeichnete seit Jahresbeginn einen Kursrückgang von über 30 Prozent. Trotz einer Marktbewertung von rund 150 Milliarden Euro steht das Unternehmen unter Druck, seine Cloud-Ziele zu erreichen.
Zuletzt verfehlte der Konzern gesetzte Marken: Für den Support von On-Premise-Lösungen strebte SAP 2025 ein Ziel von 8,5 Milliarden Euro an – tatsächlich lag der Wert bei 10,5 Milliarden Euro.
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Auch bei Übernahmen agiert SAP vorsichtig. Interesse am Softwareunternehmen Cognite zeigten die Walldorfer – der Zuschlag ging jedoch an Schneider Electric für 3,1 Milliarden US-Dollar. Mit der Kostenbremse und einer neuen KI-Software-Suite will SAP nun die Marktführerschaft bei Unternehmenssoftware verteidigen.
