Saarbahn-Streik, GDL

Saarbahn-Streik: GDL ruft Lokomotivführer ab Donnerstag zum Ausstand auf

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 20:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Unbefristeter Ausstand der Lokführer legt Saarbahn-Linie S1 lahm. Tarifkonflikt zwischen GDL und Unternehmen eskaliert weiter.

GDL-Streik bei Saarbahn: Pendler im Saarland betroffen
Saarbahn-Streik - Eine Saarbahn S1 steht still an einem Bahnsteig in Saarbrücken, ein Streik symbolisierend. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder bei der Saarbahn für Donnerstag, 17 Uhr, zum Ausstand aufgerufen. Ein Ende der Arbeitsniederlegung ist nicht in Sicht. Pendler müssen sich auf massive Einschränkungen einstellen.

Warum die GDL erneut streikt

Der Tarifkonflikt zwischen der GDL und der Saarbahn ist festgefahren. Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt zu haben. Besonders verärgert zeigt sie sich über die Absage eines geplanten Verhandlungstermins durch den Arbeitgeber am 25. Juni.

GDL-Chef Mario Reiß kritisierte das Vorgehen der Saarbahn scharf. Das Unternehmen habe „den Boden einer normalen Tarifauseinandersetzung verlassen“, so Reiß. Die Gewerkschaft fordert einen leistungsgerechten Abschluss, der sich am Niveau vergleichbarer kommunaler Arbeitgeber orientiert. Zudem wirft sie dem Unternehmen vor, das Tarifeinheitsgesetz gezielt als Druckmittel einzusetzen.

Welche Linien betroffen sind

Der Streik wird den Schienenverkehr im Saarland hart treffen. Die Saarbahn-Linie S1 zwischen Lebach und Saargemünd soll komplett ausfallen. Da die Maßnahme unbefristet ist, müssen sich Berufspendler auf längerfristige Beeinträchtigungen einstellen.

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Bereits ein vorheriger Streik vom 26. bis 29. Juni hatte für weitreichende Ausfälle gesorgt. Damals musste unter anderem für das Saarbrücker Altstadtfest (3. bis 5. Juli) ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden.

Komplexe Tarifsituation bei der Saarbahn

Innerhalb des Unternehmens herrscht eine ungewöhnliche Gemengelage. Während Verdi den Großteil der Belegschaft vertritt, gilt der GDL-Tarifvertrag nur für rund 15 Prozent der Beschäftigten. Trotz des geringeren Anteils ist die Mobilisierung hoch: Bei der Urabstimmung und den bisherigen Streiks lag die Beteiligung nach Gewerkschaftsangaben bei 100 Prozent.

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Unterstützung bekamen die streikenden Lokführer zuletzt von unerwarteter Seite. Teilnehmer einer Montagsdemo in Saarbrücken solidarisierten sich am 6. Juli mit den GDL-Beschäftigten – sowie mit Mitarbeitern von VW und ZF, die ebenfalls von Tarifkonflikten und Stellenstreichungen betroffen sind.

Die Saarbahn steht nun vor der Frage, ob sie den Betrieb irgendwie aufrechterhalten oder an den Verhandlungstisch zurückkehren will. Eine offizielle Reaktion der Geschäftsführung auf die jüngste Streikankündigung und die Vorwürfe steht noch aus.

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