RWE-Kapitalerhöhung, Milliarden

RWE-Kapitalerhöhung: 3,6 Milliarden für Amprion-Mehrheit

22.06.2026 - 23:28:57 | boerse-global.de

RWE stockt Amprion-Anteil auf 55 Prozent auf. Eine milliardenschwere Kapitalerhöhung mit Ankerinvestoren soll die Übernahme finanzieren.

RWE-Aktie: Kapitalerhöhung für Amprion-Mehrheit geplant
RWE-Kapitalerhöhung - Ein abstraktes, leuchtendes digitales Stromnetz mit Verbindungen zu Finanzdaten, das Energieinfrastruktur und Investitionen darstellt. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Energiekonzern beschloss eine Eigenkapitalmaßnahme von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals. Mit dem Geld will RWE seine Amprion-Beteiligung auf 55 Prozent aufstocken.

Kapitalerhöhung mit milliardenschweren Ankerinvestoren

RWE platziert bis zu rund 74,4 Millionen Aktien im beschleunigten Verfahren. Davon stammen etwa 36,1 Millionen aus einer Kapitalerhöhung, weitere 38,2 Millionen aus dem Bestand eigener Aktien. Das Bezugsrecht für bestehende Aktionäre schloss das Unternehmen aus.

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Zwei Großinvestoren sichern einen bedeutenden Teil des Volumens ab. Die Qatar Investment Authority (QIA) und die norwegische Norges Bank zeichnen Aktien im Wert von rund einer Milliarde Euro. Das entspricht etwa einem Viertel des erwarteten Gesamtvolumens.

Strategische Mehrheitsübernahme für 3,6 Milliarden

Der Nettoerlös fließt primär in die Aufstockung der Amprion-Anteile. Bisher hält RWE indirekt 20 Prozent am Übertragungsnetzbetreiber. Geplant sind nun 55 Prozent – zu einem Kaufpreis von rund 3,6 Milliarden Euro. Den vollständigen Vollzug peilt der Konzern für Ende des dritten Quartals an.

Die Mehrheitsübernahme passt zu den langfristigen Wachstumsplänen im Netzbereich. RWE will bis Ende des Jahrzehnts rund 6,5 Milliarden Euro in das Amprion-Stromnetz investieren. Amprion betreibt eines der zentralen Übertragungsnetze für die deutsche Energiewende.

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Höhere Gewinnziele, aber Kursverluste

Vorstandschef Markus Krebber konkretisierte auch die finanziellen Zielmarken. Das Ergebnis je Aktie hob er für den Zeitraum bis Anfang des nächsten Jahrzehnts auf 4,55 Euro an. Für das laufende Geschäftsjahr plant RWE eine Dividende von 1,32 Euro je Aktie – mit einer jährlichen Steigerung von zehn Prozent in den Folgejahren.

Die Kapitalmärkte reagierten mit Kursabschlägen. Auf Tradegate verlor die RWE-Aktie rund drei Prozent und notierte zuletzt bei etwa 54,62 Euro. Analysten sehen den Schritt als konsequente Strategieumsetzung, weisen aber auf die kurzfristige Verwässerung durch die neuen Aktien hin.

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