RV Fit boomt: Präventions-Anträge von 12.000 auf 65.000
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 19:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Immer mehr Unternehmen setzen auf KI und Virtual Reality, während die Zahl der Präventionsanträge explodiert. Doch der wachsende Bedarf an Fachpersonal wird zum Engpass.
Düsseldorf gewinnt AOK-Gesundheitspreis
Am 9. Juli 2026 erhielt die Landeshauptstadt Düsseldorf den AOK-Gesundheitspreis in der Kategorie „Innovation und Engagement“. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro Preisgeld dotiert. Gewürdigt wurde vor allem der Einsatz moderner Technologien.
Dazu gehören KI-gestützte Ergonomie-Coaches und VR-Angebote für Beschäftigte. Ein weiterer Schwerpunkt: die psychische Gesundheit. Bereits 300 Mitarbeitende wurden zu Ersthelfenden für psychische Gesundheit ausgebildet.
Neben Düsseldorf wurden auch das Seniorenzentrum St. Anna in Alsdorf und die Jokey SE aus Wipperfürth ausgezeichnet. Ein Teil des Preisgeldes fließt in die Arbeit des BGF-Instituts.
Rekordzahlen bei Präventionsprogrammen
Die Nutzung präventiver Angebote boomt. Das Programm RV Fit der Deutschen Rentenversicherung verzeichnete einen Anstieg von 12.000 Anträgen im Jahr 2020 auf 65.000 im Jahr 2024. Im Fokus stehen zunehmend technische Assistenzsysteme.
Dazu zählen KI-Lösungen für Sehbehinderte oder zertifizierte Navigationsgürtel, die als Medizinprodukte eingestuft sind. Auch in der Praxis werden neue Wege erprobt. In Frankfurt testete der Anbieter AUMOVIO ein Parcours-System für Schichtmitarbeitende, das in nur 20 Minuten absolviert werden kann.
In medizinischen Fachbereichen untersuchen Forscher zudem den Einsatz von VR-Brillen während chirurgischer Eingriffe zur Navigationsunterstützung.
Immer mehr Unternehmen setzen auf KI und VR in der betrieblichen Gesundheitsförderung – die Zahl der Präventionsanträge explodiert. Doch der Fachkräftemangel wird zum Engpass. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen in 3 Schritten, wie Sie trotzdem durchstarten. Praxis-Leitfaden BGF jetzt anfordern
Hunderte offene Stellen für Gesundheitsmanager
Der Ausbau der Angebote treibt die Nachfrage nach Fachpersonal. Die Bundesagentur für Arbeit listet über 170 offene Stellen für Gesundheitsmanager. Die Gehaltsspannen liegen zwischen rund 50.000 und über 80.000 Euro pro Jahr.
Besonders in Ballungsräumen wie Hamburg ist die Nachfrage hoch. Dort sind auf Fachportalen mehrere tausend Vakanzen im betrieblichen Gesundheitsmanagement gelistet. Gesucht werden Fachreferenten bei Autobahngesellschaften und Rentenversicherern ebenso wie Psychologen für die betriebliche Gesundheitsförderung.
Der Verband der Ersatzkassen (vdek) sucht zudem am Standort Kiel eine Projektleitung zur Koordinierung regionaler BGF-Stellen – gemäß den Anforderungen des Sozialgesetzbuchs.
Finanzielle Rahmenbedingungen unter Druck
Die Expansion der Gesundheitsförderung findet vor komplexen finanzpolitischen Debatten statt. Die AOK PLUS schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Überschuss von 244 Millionen Euro ab – bei Gesamteinnahmen von 17,5 Milliarden Euro. Doch die Leistungsausgaben stiegen pro Versichertem um 7,1 Prozent.
Die Vorsitzende des AOK-Bundesverbands betonte die Dringlichkeit des geplanten Gesetzes zur Stabilisierung der GKV-Beitragssätze. Das geplante Konsolidierungsvolumen von fast 19 Milliarden Euro sei nötig, um Deckungslücken für die kommenden zwei Jahre zu schließen. Ab 2029 werden jedoch bereits weitere Milliarden-Defizite prognostiziert.
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Die Bundesregierung plant zudem eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze ab dem 1. Januar 2027. Das dürfte Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusätzlich belasten.
Trotz dieser Herausforderungen setzen Unternehmen weiter auf Eigeninitiative. Die Novomatic AG veranstaltete an ihrem Hauptsitz den siebten Gesundheitstag für über 1.000 Teilnehmende. Neben klassischen Checks standen Sicherheitstrainings und Ergonomieberatungen im Mittelpunkt.
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