Rentenkommission, Renteneintrittsalter

Rentenkommission plant: Renteneintrittsalter ab 2031 flexibel an Lebenserwartung gekoppelt

21.06.2026 - 12:08:03 | boerse-global.de

Die Rentenkommission empfiehlt ein höheres Renteneintrittsalter und eine verpflichtende Zusatzrente. Das Paket soll bis zum Sommer gesetzlich umgesetzt werden.

Rentenkommission legt Reformpaket mit höherem Eintrittsalter vor
Rentenkommission - Nahaufnahme von deutschen Euro-Münzen und Banknoten mit einer Sanduhr, die Zeit und Finanzplanung symbolisiert. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ihr rund 80 Seiten starker Bericht enthält etwa 30 Empfehlungen zur Zukunft der gesetzlichen Altersvorsorge – einstimmig verabschiedet. Das Paket wird zur Grundlage für kommende Gesetzesänderungen.

Renteneintrittsalter steigt mit der Lebenserwartung

Ein Kernvorschlag: Ab 2031 oder 2032 soll das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben werden. Geplant ist ein 2:1-Modell. Steigt die Lebenserwartung um ein Jahr, entfallen acht Monate auf die Erwerbsphase, vier Monate auf die Rente.

Anzeige: Die Rentenkommission empfiehlt ein höheres Eintrittsalter und eine verpflichtende Zusatzrente. Für heute 30-Jährige könnte das Rentenalter auf 68 Jahre steigen. Wer jetzt handelt, kann seine Rentenlücke gezielt schließen. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Die Folge: Für heute 30-Jährige könnte das Rentenalter auf 68 Jahre steigen. Die Marke von 69 Jahren wäre frühestens 2071 erreicht, die 70er-Grenze erst in den 2090er Jahren. Ziel ist es, das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern trotz demografischem Wandel stabil zu halten.

Kapitalgedeckte Zusatzrente kommt

Um das Rentenniveau zu sichern, empfiehlt die Kommission eine verpflichtende kapitalgedeckte Zusatzsäule nach schwedischem Vorbild. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen paritätisch ein, ein staatlicher Fonds – etwa der KENFO – verwaltet das Geld.

Der Einstieg ist für 2028 geplant. Die Beiträge starten moderat bei 0,5 Prozent des Bruttolohns und sollen auf 2 Prozent steigen. Zusammen mit der umlagefinanzierten Rente soll das ein Niveau von rund 50 Prozent bis 2050 sichern. Die bisherige Haltelinie von 48 Prozent wird verlängert.

Wer künftig einzahlt

Die Kommission will die Finanzbasis verbreitern. Künftig sollen auch Selbstständige, Abgeordnete und Vorstände in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Langfristig ist eine Annäherung der Beamtenpensionen ans Rentensystem vorgesehen.

Bei Minijobs soll die Beitragsfreiheit auf Schüler beschränkt werden. Gegen Altersarmut schlägt das Gremium höhere Freibeträge für Rentner in der Grundsicherung vor – zwischen 20 und 30 Prozent.

Aus für die Rente mit 63

Anzeige: Die geplante Abschaffung der Rente mit 63 und steigende Beiträge belasten vor allem Berufstätige zwischen 30 und 50. Mit einer individuellen Vorsorge-Strategie können Sie gegensteuern. Dieser Report zeigt Ihnen die drei wichtigsten Hebel. Rentenlücke jetzt schließen

Die Kommission will die abschlagsfreie Rente mit 63 abschaffen. Statt einer starren Altersgrenze soll künftig der individuelle Gesundheitsstatus über einen früheren Renteneintritt entscheiden. Ein vorzeitiger Ruhestand mit Abschlägen wäre frühestens mit 64 möglich.

Gleichzeitig soll der Nachhaltigkeitsfaktor ab Anfang der 2030er Jahre wieder voll wirken. Prognosen zufolge könnte der Beitragssatz bis 2028 auf 19,9 Prozent steigen.

Der Bericht wird in den kommenden Tagen an Kanzler Merz und Ministerin Bas übergeben. Die Bundesregierung will bis zum Sommer ein Reformpaket schnüren – die Kabinettsberatung ist für Anfang Juli geplant.

de | wirtschaft | 69595842 |