Reiseverband fordert Rechtssicherheit im EU Passenger Package
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 22:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat sich für eine umfassende Überarbeitung der Wettbewerbsbedingungen im europäischen Reisemarkt ausgesprochen. In einer aktuellen Stellungnahme begrüßte die Branchenvertretung das von der EU-Kommission vorgelegte EU Passenger Package.
Der Verband betonte dabei die Notwendigkeit von Rechtssicherheit für Pauschalreisen sowie die Schaffung gleicher Wettbewerbsvoraussetzungen für alle beteiligten Verkehrsträger innerhalb der Europäischen Union.
Fokus auf Rechtssicherheit und Plattform-Regulierung
DRV-Präsident Albin Loidl bezeichnete das Vorhaben der EU-Kommission als einen wesentlichen Schritt hin zu einem wettbewerbsfähigen europäischen Mobilitätsmarkt. Nach Einschätzung des Verbandes weise die Entwicklung, die auf einen Entwurf der Kommission aus dem Mai des laufenden Jahres zurückgeht, grundsätzlich in die richtige Richtung.
Dennoch sieht der DRV erheblichen Nachbesserungsbedarf in spezifischen Regulierungsbereichen, um die Interessen der Reiseveranstalter und Verbraucher gleichermaßen zu schützen.
Ein zentraler Punkt der Forderungen betrifft die klare Abgrenzung zwischen klassischen Pauschalreisen und Buchungen über digitale Vermittlungsplattformen.
Der Verband mahnt hier eine eindeutige rechtliche Differenzierung an, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Damit einher geht die Forderung nach transparenten Suchergebnissen auf Buchungsportalen. Diese müssten laut DRV zwingend den Endpreis sowie die gesamte Reisezeit enthalten.
Zudem forderte der Branchenverband eine verpflichtende Kennzeichnung von gesponserten Inhalten in den Ergebnislisten der Portale, um die Transparenz für den Kunden zu erhöhen.
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Datenzugang und Haftung bei multimodalen Reisen
Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandskritik liegt auf dem Zugang zu Mobilitätsdaten. Der DRV fordert hierbei die Etablierung sogenannter FRAND-Regeln (Fair, Reasonable and Non-Discriminatory). Dieser faire und diskriminierungsfreie Zugang zu Daten sei essenziell, um Innovationen im Mobilitätssektor zu fördern und kleineren Marktteilnehmern die Teilhabe am digitalen Wettbewerb zu ermöglichen.
Hinsichtlich der zunehmenden Bedeutung multimodaler Reiseketten, bei denen verschiedene Verkehrsmittel miteinander kombiniert werden, drängt der Verband auf klare Haftungsregeln.
Insbesondere bei der Nutzung von Single Tickets, die mehrere Reiseabschnitte abdecken, müsse die Verantwortlichkeit im Falle von Verspätungen oder Ausfällen rechtssicher geklärt sein. Nur so könne das Vertrauen der Reisenden in verkehrsträgerübergreifende Angebote gestärkt werden.
Wirtschaftliche Bedeutung des Tourismussektors
Hintergrund der Forderungen ist die erhebliche wirtschaftliche Relevanz der Branche. Der Deutsche Reiseverband verwies in diesem Zusammenhang auf die rund 3 Millionen Arbeitsplätze, die in der Tourismuswirtschaft gesichert werden müssen.
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Ein fairer Wettbewerbsrahmen im europäischen Binnenmarkt sei die Grundvoraussetzung, um diese Beschäftigungsverhältnisse langfristig stabil zu halten und die Leistungsfähigkeit der Reiseunternehmen zu sichern.
Das EU Passenger Package biete hierfür eine wichtige Grundlage, sofern die genannten Aspekte der Rechtssicherheit und Transparenz im weiteren Gesetzgebungsprozess ausreichend berücksichtigt würden.
