Psychische Gesundheit: 50% französischer Arbeitnehmer in Not
05.06.2026 - 07:31:54 | boerse-global.de
Unternehmen und Regierungen reagieren jetzt mit neuen Regeln und Programmen.
Frankreich: Jeder Zweite in psychischer Not
Eine aktuelle Ipsos-BVA-Umfrage zeigt alarmierende Zahlen: 50 Prozent der französischen Beschäftigten befinden sich in psychischer Not – der höchste Stand seit 2020. 83 Prozent der Betroffenen machen berufliche Faktoren dafür verantwortlich.
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Besonders brisant: 32 Prozent der Arbeitnehmer gelten als burnout-gefährdet, bei 11 Prozent besteht ein schweres Risiko. Fast jeder Zweite (45 Prozent) zweifelt daran, seine Tätigkeit psychisch bis zur Rente durchzuhalten.
Schweiz: Jeder Vierte leidet psychisch
Der aktuelle Mental Health Report von Axa zeigt: Rund 25 Prozent der Schweizer Bevölkerung hat eine psychische Erkrankung. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen liegt die Quote sogar bei 39 Prozent.
Neben Arbeitsstress und Finanzsorgen nennen die Befragten Zukunftsängste und negative Medienberichte als Hauptbelastungsfaktoren. Ein interessanter Trend: 55 Prozent nutzen inzwischen KI für mentale Gesundheitsthemen.
Deutschland: „Change Fatigue“ und Burnout bei Schulleitern
Die TU Dresden befragte über 2.800 Angestellte. Ergebnis: Jeder Dritte leidet unter „Change Fatigue“ – einer Erschöpfung durch ständige Veränderungen im Unternehmen.
Im Bildungssektor sieht es nicht besser aus: Jeder fünfte Schulleiter zeigt Burnout-Symptome. Dabei haben 80 Prozent grundsätzlich Freude an ihrer Arbeit.
Homeoffice als Belastungsfaktor?
Eine Science-Studie mit Daten von 2011 bis 2024 liefert überraschende Erkenntnisse: Homeoffice kann die psychische Belastung erhöhen. Beschäftigte verbringen täglich eine Stunde mehr allein. Bei Alleinlebenden steigt die Wahrscheinlichkeit kompletter Isolation um 83 Prozent.
Die Forscher schätzen: Das Homeoffice-Modell erklärt etwa ein Drittel des Anstiegs psychischer Belastungen.
Brasilien und Australien verschärfen Regeln
Am 26. Mai 2026 trat in Brasilien die neue Richtlinie NR-1 in Kraft. Unternehmen müssen psychosoziale Risiken wie Überlastung, Belästigung und Konflikte jetzt explizit managen. Der Hintergrund: Die Krankengeldzahlungen wegen psychischer Störungen stiegen 2023 um 38 Prozent auf 288.000 Fälle.
In Australien legten die Entschädigungsansprüche für psychische Verletzungen zwischen 2023 und 2024 um 14,7 Prozent zu – auf 17.600 Fälle. Die mittlere Entschädigung liegt mit 58.615 AUD fast viermal höher als bei physischen Verletzungen (15.743 AUD). Auch die Ausfallzeit ist mit 34,2 Wochen mehr als viermal so lang.
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Prävention lohnt sich – finanziell
Der BKK Dachverband beziffert den Return on Investment für Betriebliches Gesundheitsmanagement auf 2,70 Euro pro investiertem Euro. Besonders bei Azubis: Ein Ausbildungsabbruch kostet durchschnittlich 6.478 Euro pro Person.
Die Techniker Krankenkasse fördert aktuell 19 Projekte in sächsischen Pflegeeinrichtungen mit Fokus auf Stressbewältigung. In Dortmund diskutierten am 1. Juni 110 Teilnehmer auf der zweiten Regionalen Fachkräftewerkstatt des BMAS über Strategien zur Fachkräftesicherung – psychische Gesundheit ist dabei ein zentraler Baustein.
19 Dimensionen des Wohlbefindens
Ein internationales Forschungsteam definierte in Nature Mental Health 19 Dimensionen des psychischen Wohlbefindens. Die Kernfaktoren: Sinnhaftigkeit, Lebenszufriedenheit, Selbstakzeptanz, Verbundenheit, Autonomie und Glück. Diese Kriterien dienen Unternehmen zunehmend als Leitfaden für gesündere Arbeitsbedingungen.
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