Psychische, Gesundheit

Psychische Gesundheit: 42% der Erwerbsminderungsrenten durch Störungen

25.06.2026 - 04:05:11 | boerse-global.de

Psychische Störungen verursachen 16,7% der Ausfalltage. Neue DGUV-Regeln und digitale Angebote sollen Arbeitsplätze gesünder machen.

Präventionsforum 2026: Psychische Gesundheit und neue Bürostandards
Psychische - Mitarbeiter nehmen an einem betrieblichen Gesundheitsprogramm in einem modernen Büro teil, mit Fokus auf Ergonomie und Wohlbefinden. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Berlin. Rund 200 Fachleute diskutierten am 23. Juni 2026 auf dem elften Präventionsforum in Berlin über den Schutz der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Der Hintergrund ist alarmierend: Psychische Störungen verursachten 2024 rund 16,7 Prozent aller Ausfalltage und sind mit 42 Prozent der häufigste Grund für Erwerbsminderungsrenten.

Die Digitalisierung spielt dabei eine zwiespältige Rolle. Einerseits erzeugt „Technostress“ neue Risiken, andererseits bietet sie Entlastungspotenziale. Für kleine und mittlere Unternehmen identifizierten die Experten Führungskultur, Gewalt- und Suchtprävention als zentrale Handlungsfelder.

Neue Standards für ergonomische Büros

Parallel zu psychischen Belastungen rückt die physische Arbeitsplatzgestaltung in den Fokus. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat ihre Branchenregel 115-401 für Bürobetriebe überarbeitet. Die Neufassung ersetzt die Ausgabe von 2018.

Die zentralen Empfehlungen: Bildschirme mit mindestens 17 Zoll, ein Sehabstand von 50 bis 70 Zentimetern und eine Kopfneigung von 15 bis 20 Grad. Für den Arbeitsalltag empfehlen Fachleute die „60-30-10-Regel“ – 60 Prozent Sitzen, 30 Prozent Stehen und 10 Prozent Bewegung. Die „20-20-20-Regel“ soll die Augen entlasten: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden ein Objekt in sechs Metern Entfernung fixieren.

Digitale Hilfe gegen Versorgungslücken

Ein Modellprojekt zwischen einem Versicherer und Physiotherapie-Anbietern startete am 23. Juni 2026. Ziel ist es, Patienten während der Wartezeit auf einen Praxisplatz mit digitalen Übungen per App zu unterstützen. Auch bei der Krebsprävention gibt es Fortschritte: Seit Mai 2026 ist die „Bewegungslandkarte“ des Deutschen Olympischen Sportbundes in Praxissoftware integriert. Ärztliche Bewegungsempfehlungen lassen sich so direkt in Sportangebote überführen.

Auf administrativer Ebene regelt ein aktualisierter Erlass die lohnsteuerliche Behandlung von Firmenfitness-Programmen neu. Arbeitgeberbeiträge werden nun explizit in Sportangebote und Online-Präventionskurse zu Ernährung oder Stressmanagement aufgeteilt.

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Neue Berufskrankheit anerkannt

Das Bundeskabinett erweiterte Ende Mai 2026 die Liste der Berufskrankheiten. Parkinson-Erkrankungen durch den Umgang mit Pestiziden sind nun offiziell als Berufskrankheit anerkannt.

Marktentwicklung: Junge Generation prägt Fitnesskultur

Am 8. Juli 2026 werden die Ergebnisse einer DACH-Studie erwartet, die erstmals die Fitnessmärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz vergleicht. Erste Analysen deuten darauf hin, dass die junge Generation die Fitnesskultur in Betrieben nachhaltig prägt.

Ein positives Beispiel lieferte die Verleihung des BGF-Preises 2026 am 23. Juni in Österreich. Ein Versicherungsunternehmen wurde für ein Konzept geehrt, das neben körperlichen Vital-Coachings auch Beratungen für pflegende Angehörige und anonyme Krisenberatung umfasst.

Defizite beim Hitzeschutz und Schlafprobleme

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Trotz dieser Erfolge gibt es weiterhin Lücken. Einer Umfrage zufolge fehlt es in vielen Großunternehmen an systematischen Hitzeschutzkonzepten. Mediziner raten angesichts steigender Temperaturen zu angepasster Verpflegung und Sportverzicht bei extremer Hitze.

Zudem zeigen aktuelle Daten: Über die Hälfte der Beschäftigten leidet unter arbeitsbedingten Schlafproblemen. Ursache sind oft Defizite in der Besprechungs- und Arbeitsorganisation.

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