Präsentismus, Erkältung

Präsentismus: 95,2 Prozent arbeiten trotz Erkältung

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 13:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studie zeigt: 95 Prozent arbeiten krank. Risiken reichen von Muskelverspannungen bis zu erhöhter Herzinfarktgefahr.

Erkältung und Rückenschmerz: Gefährlicher Arbeitsdruck im Fokus
Eine Person von hinten, leicht gekrümmt, hält sich den unteren Rücken in einem Büroumfeld und deutet auf Schmerzen hin. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Was viele nicht wissen: Die Kombination aus Krankheit und Arbeitsdruck kann langfristig gefährlich werden.

Muskelschmerzen als Immunantwort

Die Schmerzen im Rücken während einer Erkältung sind meist nichts anderes als Muskelschmerzen, die durch die Immunreaktion des Körpers ausgelöst werden. In der Regel verschwinden sie nach einigen Tagen zusammen mit den anderen Symptomen.

Experten raten, trotz der Schmerzen extreme Schonhaltungen zu vermeiden. Sie fördern zusätzliche Verspannungen. Leichte Bewegung kann die Muskulatur lockern.

Zur Linderung helfen Erkältungsbäder. Die Wassertemperatur sollte zwischen 36 und 38 Grad Celsius liegen. Das fördert die Durchblutung, ätherische Öle befreien die Atemwege. Aber Vorsicht: Bei Fieber ab 38 Grad sind Bäder tabu.

Aufwendige Diagnostik ist meist unnötig. Rund 90 Prozent der unspezifischen Rückenschmerzen verschwinden innerhalb von sechs Wochen von selbst – ohne MRT oder Arthroskopie.

Präsentismus: Die stille Epidemie am Arbeitsplatz

Trotz Krankheit zur Arbeit – das ist in Deutschland traurige Normalität. Eine Civey-Umfrage vom Juni 2026 unter 2.000 Beschäftigten zeigt: 95,2 Prozent arbeiten auch krank.

Der Druck ist enorm. 72 Prozent der Arbeitnehmer verspüren einen hohen Rechtfertigungsdruck bei einer Krankmeldung. Knapp 65 Prozent fürchten berufliche Nachteile.

Das Phänomen der „Leisure Sickness“ bestätigt den Trend. Umfragen aus 2025 zeigen: 72 Prozent der Befragten werden krank, sobald der Urlaub beginnt. Ursache ist vermutlich der plötzliche Abfall des Cortisolspiegels nach Dauerstress.

Die Lösung klingt banal: Regelmäßige Mikropausen und bewusste Trennung von Arbeit und Freizeit. Und wer im Urlaub krank wird, hat ein gutes Recht: Die Tage werden gemäß Bundesurlaubsgesetz gutgeschrieben.

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Wenn der Infekt ans Herz geht

Wer Erkältungen verschleppt, riskiert mehr als nur einen langwierigen Schnupfen. Eine Analyse des Max-Planck-Instituts vom Juli 2026 zeigt den Zusammenhang deutlich. Über 14 Jahre untersuchten Forscher die Daten – mit alarmierendem Ergebnis.

Atemwegsinfekte verschieben den Sterbegipfel in Deutschland signifikant in die Wintermonate Dezember und Januar. Die Todesursache: Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das Risiko für einen Herzinfarkt steigt nach einer Grippe messbar an. Eine Studie an über 2.500 Infarktpatienten zeigt die präventive Wirkung: Eine Grippeimpfung senkte die Sterblichkeit in dieser Gruppe um 40 Prozent.

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Für Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen oder Long-COVID gibt es Hoffnung. Eine randomisierte Studie mit 208 Teilnehmern aus dem Jahr 2026 untersucht die Speläotherapie – die Behandlung in Heilstollen. Nach drei Wochen verbesserten sich Lebensqualität und subjektive Beschwerden wie Fatigue und Atemnot. Die objektive Lungenfunktion blieb allerdings unverändert.

Forscher weisen zudem auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Long-COVID-Fatigue, Selenmangel und spezifischen Autoantikörpern hin. Die genauen Mechanismen sind Gegenstand weiterer Untersuchungen.

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