Postbank-Streik, Verdi

Postbank-Streik: Verdi startet Urabstimmung für 9.000 Beschäftigte

17.06.2026 - 07:29:59 | boerse-global.de

Verdi ruft zu Urabstimmung bei der Postbank auf, während Thermo Fisher Produktion verlagert und Unikliniken streiken.

Streikwelle in Deutschland: Postbank, Thermo Fisher und Kliniken betroffen
Postbank-Streik - Nahaufnahme einer Hand, die ein Protestschild hält, mit verschwommenem Hintergrund von Fabrikmaschinen und anderen Arbeitern. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

In mehreren Branchen stehen die Zeichen auf Konfrontation – von der Postbank über Thermo Fisher bis zu den Unikliniken.

Postbank vor dem Ausstand

Im Tarifkonflikt bei der Postbank hat Verdi die Verhandlungen für rund 9.000 Beschäftigte für gescheitert erklärt. Seit heute läuft die Urabstimmung über unbefristete Streiks. Sie dauert bis zum 3. Juli.

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Die Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro monatlich. Für Azubis sind 200 Euro mehr verlangt. Nötig für einen Streik ist eine Zustimmung von 75 Prozent der Mitglieder.

Trotz der Eskalation gibt es einen Termin für eine weitere Verhandlungsrunde: Am 30. Juni treffen sich beide Seiten in Berlin.

Thermo Fisher: Streit um Produktionsverlagerung

In Bremen eskalierte der Konflikt beim US-Konzern Thermo Fisher. Das Unternehmen will die Produktion von Massenspektrometern nach Tschechien verlagern. Knapp 100 der 520 Arbeitsplätze wären direkt betroffen – der Betriebsrat fürchtet langfristig die komplette Schließung.

Besonders brisant: Das Bremer Werk ist hochprofitabel. Bei einem Umsatz von rund 700 Millionen Euro erwirtschaftete es zuletzt fast 300 Millionen Euro Gewinn.

Am Dienstag untersagte die Geschäftsleitung ein Treffen des Betriebsrats mit Politikern auf dem Werksgelände. Die Veranstaltung musste auf eine mobile Bühne vor das Werkstor ausweichen. Ein Folgetermin ist für Donnerstag im Atlantic Hotel geplant.

Warnstreiks an Unikliniken

Auch im Gesundheitssektor wurde gestreikt. Rund 1.600 Beschäftigte der Unikliniken in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen legten für zwei Tage die Arbeit nieder.

Verdi will damit vor der zweiten Verhandlungsrunde Druck machen. Die Forderung für die rund 26.000 Beschäftigten: 7,5 Prozent mehr Lohn, mindestens 320 Euro. Für Azubis sind 250 Euro plus ein Mobilitätszuschuss verlangt.

Volkswagen: Personalabbau nimmt Form an

Während neue Konflikte aufbrechen, schreitet die Umstrukturierung bei Volkswagen voran. Für deutsche Standorte wurden bereits über 28.000 Austritte verbindlich vereinbart. Das Ziel: Bis 2030 sollen mehr als 35.000 Stellen wegfallen. Der Konzern erwartet jährliche Netto-Einsparungen von über vier Milliarden Euro.

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Das Sparprogramm startete Ende 2023, die Einigung mit Arbeitnehmervertretern kam im Dezember 2024. Zusätzlich belasten US-Zölle in Milliardenhöhe den Konzern. Als Reaktion prüft die Tochtermarke Audi den Aufbau einer Produktion in den USA.

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