Polen, Wärmezähler

Polen: Wärmezähler müssen bis 1. Januar 2027 fernauslesbar sein

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 17:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ältere Wärme- und Warmwasserzähler müssen bis Anfang 2027 fernablesbar sein; bei Verstößen drohen Bußgelder von 1.000 bis 5.000 Z?oty.
Nahaufnahme von Kupferrohren und Heizungsventilen an einer Betonwand in einem Versorgungsraum eines Mehrfamilienhauses. Illustration mit AI erstellt.

In polnischen Mehrfamilienhäusern läuft die Frist für die Modernisierung von Messtechnik ab. Eigentümer und Verwalter müssen dafür sorgen, dass ältere Wärmemengenzähler, Heizkostenverteiler und Warmwasserzähler, die vor dem 22. Mai 2021 montiert wurden, bis zum 1. Januar 2027 fernauslesbar sind. Diese Vorgabe basiert auf Artikel 16 des Gesetzes vom 20. April 2021. Kaltwasserzähler sind von der Pflicht zur Fernauslesbarkeit hingegen nicht erfasst.

Drohende Bußgelder und Ausnahmen bei der Umsetzung

Verwaltern und Eigentümern, die den gesetzlichen Anforderungen nicht nachkommen, drohen finanzielle Sanktionen. Gemäß Artikel 56 Absatz 1 Nummer 6a des polnischen Energierechts können Bußgelder zwischen 1000 und 5000 Z?oty verhängt werden.

Allerdings gilt die Umrüstungspflicht nicht für jedes Wohnungseigentum pauschal. Ausschlaggebend sind jeweils die konkrete Installation, das bestehende Abrechnungssystem sowie die technisch-wirtschaftlichen Bedingungen vor Ort.

Für den Austausch und die Montage existieren keine einheitlichen Festpreise. In Beständen, in denen noch Altgeräte installiert sind, müssen Monteure für den Wechsel Zugang zu den Wohnungen und den Heizkörpern erhalten. Die Verwalter sind verpflichtet, die entsprechenden Termine rechtzeitig im Vorfeld anzukündigen, da ein Zutritt ohne Vorankündigung nicht zulässig ist.

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Funktechnik, Datenschutz und Abrechnungsregeln

Die modernen Messgeräte übertragen die erfassten Verbrauchsdaten per Funk, wobei dies teilweise in Intervallen von Stunden geschieht. Ein gesetzlich einheitliches Übertragungsintervall ist dabei nicht vorgeschrieben. Entgegen mancher Bedenken erfassen elektronische Heizkostenverteiler lediglich größenabhängige Temperaturparameter und nehmen weder Töne noch Bilder oder Bewegungen auf.

Sofern bei der Erfassung ein Personenbezug entsteht, greifen die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (RODO). Zudem gibt es ab 2027 keinen automatischen Aufschlag von 15 Prozent für abgedrehte Heizkörper; die Abrechnung der Kosten erfolgt weiterhin individuell je Gebäude.

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Wohnungsbaugenossenschaften leiten Umrüstung ein

Erste Genossenschaften haben bereits konkrete Maßnahmen ergriffen, um den Stichtag einzuhalten und auslaufende Eichfristen zu bewältigen. Die Genossenschaft WSM Ochota startete am 11. September 2026 ein Verfahren über 25.604 elektronische Heizkostenverteiler mit einer Mietdauer von 120 Monaten.

Bei der Genossenschaft SM Bródno verlieren die im Jahr 2021 montierten Zähler ihre Eichgültigkeit zum 31. Dezember 2026. Dort wird für einen Sonderwechsel eine Gebühr von 98,40 Z?oty fällig, falls Bewohner zwei regulär angekündigte Termine zur Umrüstung verstreichen lassen.

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