Onboarding-Plattform, Regeln

Onboarding-Plattform: Neue Regeln für Fluktuation ab 27. Mai

28.05.2026 - 10:00:40 | boerse-global.de

Eine digitale Plattform für Einarbeitungspläne verspricht KMU eine deutliche Reduzierung der Kündigungen in der Probezeit.

Onboarding-Plattform: Neue Regeln für Fluktuation ab 27. Mai - Foto: über boerse-global.de
Onboarding-Plattform: Neue Regeln für Fluktuation ab 27. Mai - Foto: über boerse-global.de

Ein neuer digitaler Baukasten für Einarbeitungspläne verspricht kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine deutliche Reduzierung der Fluktuation in der Probezeit. Die Plattform, die am 27. Mai 2026 an den Start ging, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem 80 Prozent der Arbeitgeber einen rasanten Wandel der benötigten Qualifikationen beklagen.

Branchenstudien zufolge kann ein strukturiertes Onboarding die Zahl der Kündigungen während der Probezeit um 30 bis 50 Prozent senken. Noch beeindruckender: Die langfristige Mitarbeiterbindung steigt durch systematische Einarbeitung um bis zu 82 Prozent. Der neue Generator erstellt innerhalb von vier Wochen umfassende Integrationspläne, die alle gesetzlich vorgeschriebenen Unterweisungen abdecken – von der Sicherheitsbelehrung nach §12 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) bis zu Hygienevorschriften aus §43 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) und HACCP-Standards.

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Neue Regeln für biologische Arbeitsstoffe

Die Compliance-Anforderungen im Arbeitsschutz haben sich grundlegend verschärft. Seit der Überarbeitung im August 2025 gilt die aktualisierte TRBA 500 für den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen. Die Neufassung führt eine einheitliche Terminologie ein und verpflichtet zu einer Gefährdungsbeurteilung vor jeder Tätigkeit. Das sogenannte STOP-Prinzip – Substitution, technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen – steht nun im Mittelpunkt. Die Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Hygienestandards wurden deutlich verschärft.

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E-Learning für Sicherheitstrainings

Ein wegweisender Beschluss kam aus Südtirol: Die dortige Landesregierung genehmigte am 22. Mai 2026 den Einsatz von E-Learning für Sicherheitsschulungen mittleren (8 Stunden) und hohen Risikos (12 Stunden). Die Entscheidung basiert auf einer Vereinbarung vom April 2025 und überführt die digitale Sicherheitsausbildung in den Regelbetrieb. Die Plattform Copernicus verzeichnete in der Region zwischen 2017 und 2025 immerhin 11.738 Nutzer für Mittelrisiko-Kurse.

Handwerk setzt auf langfristige Integration

Im Handwerk haben sich die Anforderungen an Führung und Einarbeitung grundlegend gewandelt. Thomas Berger, Meister mit 20 Jahren Führungserfahrung, betonte am 26. Mai 2026, dass eine effektive Einarbeitung heute zwischen drei und sechs Monaten dauert. Als häufige Fehler identifizierte er unregelmäßige Sicherheitsunterweisungen und reine Top-down-Entscheidungen.

Mehrere Unternehmen zeigen, wie moderne Einarbeitung aussehen kann:
- HKL Baumaschinen startete am 27. Mai 2026 ein 2,5-tägiges Onboarding-Programm für elf neue Azubis mit Fokus auf Werkzeugkunde, Abteilungseinblicken und Baustellenbesuchen.
- Maier Solution führte ebenfalls am 27. Mai einen Onboarding-Tag durch und nutzte dabei eine interne digitale Wissensdatenbank (Q.Wiki) für die Sicherheitsunterweisungen.
- Nietiedt Verwaltungs-GmbH sucht in Wilhelmshaven einen Sicherheitsfachmann (SiFa) für Unfallanalysen und Sicherheitstrainings.

Cybersicherheit wird zum Onboarding-Thema

Mit der zunehmenden Digitalisierung rückt auch die Cybersicherheit in den Fokus der Einarbeitungsprozesse. Die NIS2-Richtlinie und der EU Cyber Resilience Act (CRA) treiben diesen Wandel voran. Ab 2027 müssen Hersteller Security-by-Design-Prinzipien umsetzen. Rund 29.500 Unternehmen in Deutschland sind von den NIS2-Anforderungen betroffen – die Frist zur Registrierung beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) lief bereits im März 2026 ab.

Neue Tools wie ein NIS2-Readiness-Check und automatisierte Social-Media-Screenings für Personalprüfungen, die am 27. Mai 2026 vorgestellt wurden, sollen Unternehmen bei der Erfüllung dieser Auflagen helfen. Die Dringlichkeit unterstrich ein Cyberangriff auf einen Krankenhausdienstleister in Süddeutschland am Wochenende des 23. Mai 2026, bei dem Finanz- und Patientendaten abflossen. Als Reaktion bestätigte das BSI am 27. Mai 2026, dass Zertifizierungen für den aktualisierten IT-Grundschutz++-Standard ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein werden.

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