O2 Telefónica: Über 1.000 Stellen werden 2026 gestrichen
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 13:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Betroffen sind vor allem Kundenservice, Technik und zentrale Funktionen.
Sparkurs nach Millionenverlust
O2 Telefónica steht vor einem harten Einschnitt. Das Unternehmen will mehr als 1.000 Arbeitsplätze streichen – etwa jede sechste Stelle. Einige Berichte sprechen sogar von rund 1.400 betroffenen Jobs. Der Abbau soll größtenteils 2026 über die Bühne gehen.
Hauptgrund für den Sparkurs: sinkende Umsätze und der Verlust eines Großkunden. 1&1 hatte sich 2024 für Vodafone entschieden und migrierte bis Ende 2025 rund 12 Millionen Kunden weg von O2. Das hinterlässt Spuren in der Bilanz.
Die Geschäftszahlen für 2025 sprechen eine deutliche Sprache: Der Umsatz fiel um 3,8 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis schrumpfte sogar um 8,8 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Auch der Aktienkurs gab nach.
Freiwilligenprogramm und rechtliche Fallstricke
Der Stellenabbau erfasst fast alle Unternehmensbereiche. Besonders stark betroffen: Kundenservice, Technik und zentrale Funktionen. Auch im Retail-Bereich sind Kürzungen im Overhead vorgesehen.
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Um Härten abzufedern, hat O2 Telefónica ein Freiwilligenprogramm im Retail-Sektor gestartet. Es bietet Abfindungen für ausscheidende Mitarbeiter. Juristen raten Betroffenen, angebotene Aufhebungsverträge genau zu prüfen. Bei einer einseitigen Kündigung durch den Arbeitgeber gilt die gesetzliche Frist von drei Wochen für eine Kündigungsschutzklage.
Führungswechsel und Gewerkschaftskritik
Ende 2025 gab es bereits einen Wechsel an der Spitze: Santiago Argelich Hesse übernahm den CEO-Posten von Markus Haas. Gleichzeitig schrumpfte der Vorstand von sieben auf sechs Ressorts.
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Die Gewerkschaft Verdi reagiert scharf auf die Pläne. Ein Gewerkschaftssekretär wirft dem Management Planlosigkeit vor – das Vorhaben sei ein reines Sparprogramm ohne Zukunftskonzept. Verdi schätzt die erhofften jährlichen Einsparungen auf rund 100 Millionen Euro. Die Arbeitnehmervertreter warnen vor einem Kahlschlag ohne klaren Gesamtplan für die verbleibenden Strukturen.
Trotz der personellen Einschnitte investiert O2 weiter in die Infrastruktur. Im Dezember erreichte die 4G-Abdeckung 88,6 Prozent, der 5G-Standard lag bei 76,2 Prozent. Ob der Stellenabbau den weiteren Netzausbau oder die Servicequalität beeinträchtigt, bleibt abzuwarten.
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