EU-CO2-Vorgaben, Daimler

EU-CO2-Vorgaben: Daimler warnt vor Existenzgefährdung der Branche

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 13:17 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Daimler-Truck-Chefin Rådström warnt vor Existenzgefahr durch EU-CO2-Ziele und fordert Anpassung der Regulierung an den Infrastrukturausbau.

Daimler Truck CEO: EU-CO2-Vorgaben gefährden Lkw-Branche
Ein moderner elektrischer Lastwagen fährt auf einer Autobahn mit angedeuteter Infrastruktur für erneuerbare Energien im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Vorstandsvorsitzende von Daimler Truck, Karin Rådström, hat eine grundlegende Überprüfung der CO2-Regulierung für Europas Nutzfahrzeugindustrie gefordert. Ihre Einschätzung ist deutlich: Die aktuellen EU-Vorgaben gefährden in ihrer jetzigen Form die Existenz der Branche.

Massive Lücke zwischen Ziel und Markt

Die EU schreibt vor, dass schwere Nutzfahrzeuge ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 43 Prozent gegenüber 2019 senken müssen. Dafür müssten laut Daimler-Berechnungen rund 35 Prozent aller Neuzulassungen auf E-Antrieb oder Wasserstoff entfallen.

Doch die Realität sieht anders aus: Der Anteil elektrischer Lkw bei Neuzulassungen lag zuletzt bei mageren zwei Prozent. Rådström betont, dass ein massiver Hochlauf nötig wäre – der unter den aktuellen Rahmenbedingungen kaum realisierbar scheint.

Strafzahlungen in Milliardenhöhe drohen

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Verfehlen die Hersteller ihre Flottenziele, wird es teuer. Für jeden Prozentpunkt Abweichung drohen Strafen von 120 Millionen Euro. Das setzt die Rentabilität massiv unter Druck.

Besonders eindrucksvoll zeigt das Beispiel Mercedes-Benz Trucks die Tragweite: Verfehlt das Segment die Vorgaben um zehn Prozentpunkte, fliegt praktisch der gesamte Gewinn. Das operative Ergebnis lag 2025 bei 698 Millionen Euro – nach 922 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz: rund 20 Milliarden Euro.

Infrastruktur fehlt, Diesel bleibt günstiger

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Rådström nennt zwei Hauptbremsen für die E-Mobilität im Schwerlastverkehr: die mangelhafte Ladeinfrastruktur und die fehlende Kostenparität zum Diesel. Solange Speditionen mit Diesel-Lkw günstiger fahren und nicht genug öffentliche Ladepunkte existieren, bleibt der Marktdurchlauf gefährdet.

Die Managerin fordert daher einen Realitätscheck der politischen Ziele. Eine mögliche Lösung: die regulatorischen Anforderungen direkt an den tatsächlichen Infrastrukturausbau koppeln. Nur wenn Kunden wirtschaftlich arbeiten können, gelingt die Transformation – ohne die industrielle Basis in Europa zu gefährden.

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