Nordenham, Sozialwohnungen

Nordenham baut über 90 neue Sozialwohnungen

19.05.2026 - 17:40:52 | boerse-global.de

Mehrere Bau- und Umbauprojekte in Nordenham schaffen über 90 Sozialwohnungen. Die staatliche Förderung für energieeffizientes Bauen wird verlängert.

Nordenham baut über 90 neue Sozialwohnungen - Foto: über boerse-global.de
Nordenham baut über 90 neue Sozialwohnungen - Foto: über boerse-global.de

Gleich mehrere Bau- und Umbauprojekte sollen den angespannten Wohnungsmarkt in der niedersächsischen Stadt entlasten.

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Drei Projekte, ein Ziel

Den größten Schub bringt das Projekt an der Viktoriastraße. Das Unternehmen Exklusiv Wohnbau errichtet dort 28 Sozialwohnungen. Fertigstellung: September 2026. Die Wohnungen richten sich gezielt an Menschen mit geringem Einkommen, die auf dem freien Markt kaum noch eine Chance haben.

Parallel läuft der Umbau der ehemaligen Nordschule. Aus dem alten Gebäude entstehen bis Frühjahr 2028 weitere 21 Wohneinheiten. Das dritte Projekt liegt im Gebiet Tongern II. Dort sind rund 40 zusätzliche Sozialwohnungen geplant.

Die Summe aller Maßnahmen: über 90 neue Wohnungen. Für eine Kleinstadt wie Nordenham ein wichtiger Schritt.

Förderung verlängert sich

Die Projekte profitieren von der staatlichen Förderkulisse. Bauministerin Hubertz kündigte Mitte Mai an, die EH-55-Plus-Förderung über den Juni hinaus zu verlängern. Das Programm ist mit 800 Millionen Euro ausgestattet. Bisher flossen rund 315 Millionen Euro – genug für etwa 27.800 Wohnungen.

Die Bedingungen sind streng: Die Projekte müssen zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien setzen. Die KfW gewährt dafür zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit. Der effektive Zins liegt bei etwa 1,94 Prozent für zehn Jahre.

Doch die Kluft zwischen Genehmigung und Fertigstellung bleibt riesig. Bundesweit liegen rund 760.000 genehmigte Wohnungen auf Eis. Gestiegene Materialkosten und unsichere Finanzierungen bremsen die Bauherren aus. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft (GdW) rechnet 2026 mit nur 200.000 Fertigstellungen. Der tatsächliche Bedarf liegt bei 300.000 bis 400.000 pro Jahr.

Streit um Mietendeckel

Die Debatte um Mietpreisbegrenzungen heizt die Stimmung zusätzlich an. Die SPD brachte im Mai einen Vorstoß für regionale Mietendeckel. Bundesländer sollen demnach in angespannten Märkten wie Berlin, München oder Frankfurt zeitlich befristete Mietobergrenzen einführen dürfen. SPD-Generalsekretär Klüssendorf pocht auf eine Länderöffnungsklausel.

Die Kritik kommt prompt. Unions-Wohnungsexperte Luczak spricht von einem „Todesstoß für den Wohnungsbau“. Investoren würden abgeschreckt, Neubauten unwirtschaftlich. Ein Gutachten des IW Köln warnt: Ein verschärfter Mietendeckel könnte das Angebot um über 60 Prozent reduzieren.

Zusätzlichen Zündstoff liefert das neue Gesetz zur Vergabe öffentlicher Aufträge. Kommunen kritisieren die vorgeschriebene Einzelvergabe von Bauleistungen. Sie fordern Wahlfreiheit zwischen Einzel- und Gesamtvergabe. Sonst drohe das 500-Milliarden-Infrastrukturpaket im Bürokratie-Dschungel zu versickern.

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Grundsicherung erhöht Druck

Zum 1. Juli 2026 ersetzt eine neue Grundsicherung das bisherige Bürgergeld. Die Änderungen treffen den Wohnungsmarkt hart. Die einjährige Karenzzeit für Vermögen entfällt. Neue, altersgestaffelte Grenzen liegen zwischen 5.000 und 20.000 Euro.

Besonders brisant: Die Wohnkosten werden sofort auf das 1,5-Fache der örtlichen Mietobergrenze gedeckelt. Bisherige Schonfristen fallen weg. Das erhöht den Druck auf den ohnehin knappen Markt für günstigen Wohnraum.

Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen: Bereits 2025 lebten 11,7 Prozent der Menschen in Deutschland in überbelegten Wohnungen. Besonders betroffen: Familien, Alleinerziehende und Geringverdiener.

Kommunen suchen Auswege

Einige Städte experimentieren mit neuen Modellen. Mainz startete ein Pilotprojekt zum Wohnungstausch. Ältere Mieter ziehen in kleinere Wohnungen – und behalten ihre alten Konditionen. Dresden und Leipzig setzen auf Zweckentfremdungssatzungen. Ferienwohnungen von Airbnb sollen zurück in den regulären Mietmarkt.

Bleibt die Trendwende aus?

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die leichten Zuwächse bei den Baugenehmigungen eine echte Trendwende einleiten. GdW-Präsident Gedaschko warnt vor geplanten Kürzungen beim Wohngeld. Angesichts steigender Wohnkosten sei das das falsche Signal.

Für Nordenham sind die geplanten 90 Wohnungen ein Erfolg. Aber nur ein kleiner Teil des Gesamtbedarfs. Die Bauindustrie fordert weniger Bürokratie, einfachere Genehmigungen und mehr bezahlbares Bauland. Ob das SPD-Mietrecht-II-Paket mit strengeren Regeln für Indexmieten eine Mehrheit findet, bleibt offen.

Klar ist: Der Spagat zwischen Klimaschutz, sozialen Mieten und Rendite für Investoren bleibt die zentrale Herausforderung des Jahres 2026.

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