NIS-2-Richtlinie, Prozesse

NIS-2-Richtlinie: Unternehmen müssen Prozesse statt Tools priorisieren

05.06.2026 - 01:08:47 | boerse-global.de

FortiEDR erhält Zertifizierung für Transparenz, während KI-gesteuerte Angriffe und automatisierte Abwehr die Cybersicherheit prägen.

Fortinet FortiEDR besteht Test: KI-Angreifer im Fokus
NIS-2-Richtlinie - Ein stilisiertes, leuchtendes digitales Schild schützt ein Netzwerk von Servern und Endpunkten, mit abstrakten Linien, die Datenfluss und Cyber-Bedrohungen darstellen. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während Zertifizierungen die Transparenz von Systemen validieren, rüsten Angreifer ihre Methoden mit KI auf.

FortiEDR besteht 14-stufigen Angriffstest

Fortinet konnte Anfang Juni 2026 einen Erfolg bei der externen Validierung verzeichnen. Das Unternehmen erhielt für seine Lösung FortiEDR eine Zertifizierung von AV-Comparatives, die speziell die Transparenz bei der Erkennung von Angriffen würdigt.

Das Testverfahren basierte auf einer 14-stufigen Angriffskette nach dem MITRE ATT&CK-Framework. Das System erreichte in 12 von 14 Stufen eine validierte Transparenz und korrelierte 19 Sicherheitswarnungen erfolgreich. In Szenarien zur Unterscheidung von legitimen Signalen und Hintergrundrauschen bestand die Lösung vier von fünf Prüfpunkten.

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KI-gesteuerte Angreifer im Aufwind

Die Notwendigkeit robuster EDR-Systeme wird durch aktuelle Beobachtungen von Sicherheitsforschern unterstrichen. Sophos X-Ops berichtete am 3. Juni 2026 über Akteure, die zunehmend KI-Modelle wie Claude Opus einsetzen, um automatisierte Tests zur Umgehung von EDR-Lösungen durchzuführen.

Dabei werden Python-Skripte genutzt, um Malware gezielt gegen verbreitete Schutzmechanismen von Anbietern wie CrowdStrike oder Microsoft zu prüfen. Diese Aktivitäten stehen häufig im Zusammenhang mit Ransomware-Angriffen und Datendiebstahl.

Automatisierte Abwehr in Sekundenschnelle

Parallel dazu schreitet die Automatisierung auf Verteidigungsseite voran. Nach einem Jahr Betrieb seines agentischen Security Operation Center (SOC) meldete Sophos eine durchschnittliche Reaktionszeit von 89 Sekunden zwischen Fallerstellung und automatisierter Gegenmaßnahme.

Rund 52 Prozent aller Vorfälle werden mittlerweile autonom durch KI abgeschlossen – ohne menschliches Eingreifen. Auch andere Anbieter wie Critical Start setzen auf Multi-Agenten-Architekturen, um die Untersuchungszeiten drastisch zu verkürzen. Hier ist von einer Reduktion auf etwa zehn Minuten die Rede.

Große Lücken in der Erkennungslogik

Trotz technologischer Fortschritte weisen Marktanalysen auf strukturelle Schwächen in vielen SOCs hin. Eine Studie von Kaspersky mit dem Titel „Anatomy of a Cyber World“ ergab: Die aktive Erkennungslogik deckt im Durchschnitt lediglich 43 Prozent der erfassten Datenquellen ab.

Bei Organisationen mit besonders hohen Datenvolumina sinkt dieser Wert auf rund 30 Prozent. Etwa die Hälfte der untersuchten Sicherheitszentralen verlässt sich dabei primär auf die Standardregeln der Softwarehersteller.

NIS-2 setzt Unternehmen unter Druck

Zusätzlicher Druck entsteht durch regulatorische Anforderungen wie die NIS-2-Richtlinie. Fachbeiträge zur Umsetzung im Juni 2026 betonen: Unternehmen müssen sich weniger auf die reine Tool-Auswahl konzentrieren, sondern auf die Etablierung nachweisbarer Prozesse.

Eine zentrale Rolle spielen dabei die Maßnahmenbereiche nach dem BSI-Gesetz sowie die EU-Durchführungsverordnung 2024/2690.

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Fortinet mit starkem Wachstum

Der Markt für KI-gestützte Sicherheitslösungen zeigt sich weiterhin dynamisch. Fortinet meldete für das erste Quartal 2026 eine Umsatzsteigerung von 20 Prozent auf 1,85 Milliarden US-Dollar. Besonders der Produktumsatz legte mit einem Plus von 41 Prozent auf 645 Millionen US-Dollar zu.

Das Unternehmen prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz zwischen 7,71 und 7,87 Milliarden US-Dollar. Zeitgleich wurde am 4. Juni 2026 durch eine SEC-Meldung ein Insider-Verkauf von Aktien im Wert von über 23 Millionen US-Dollar bekannt.

Veeam und Anthropic mit neuen Entwicklungen

Im Bereich der Datenverwaltung und Sicherheit wurde Veeam Securiti AI in einer aktuellen Marktanalyse als führend bei der Verwaltung der Datensicherheitsposition (DSPM) eingestuft. Hervorgehoben wurden insbesondere die Fähigkeiten zur Incident Response und zur Verfolgung der Datenherkunft.

Gleichzeitig weitet Anthropic sein Forschungsprojekt Glasswing aus. In einer Testphase wurden zwar über 10.000 kritische Schwachstellen entdeckt – aufgrund begrenzter Kapazitäten bei der Fehlerbehebung konnte jedoch nur ein kleiner Bruchteil davon zeitnah geschlossen werden.

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